8./9. Mai - Ende des Großen Vaterländischen Krieges – Historische Hintergründe




02-05-2005 Kapitulation Historie
Der große Scharfschütze Wassili Saizew
Der Name des herausragenden russischen Scharfschützen Wassili Saizew, Held der Schlacht um Stalingrad, war einstmals sehr bekannt.

Die Schlacht von Stalingrad, das war nicht nur das Haus des Sergeanten Pawlow oder die blutigen Gefechte auf dem Mamai-Hügel. Die Schlacht war auch durch die tagtägliche Jagd russischer und deutscher Scharfschützen gegen einander geprägt. Durch das Zielfernrohr von Saizews Gewehr, das jetzt im Museum der Stalingrader Schlacht aufbewahrt wird, guckte der Tod selbst auf die Deutschen.

In der Kopie der Auszeichnungsurkunde für Unterleutnant Wassili Saizew, die am 25. Dezember 1942 von Generalleutnant Tschuikow unterzeichnet wurde, ist von herausragenden Leistungen des Scharfschützen die Rede. Zu dieser Zeit hatte Saizew bereits 225 feindliche Soldaten und Offiziere ausgetilgt. Das war ein Arbeitsheld der großen Schlacht. Seine tägliche Beute waren zehn bis 15 Menschenseelen. Aber wer dachte denn damals an die Seelen und ihre Rettung? "Töte den Deutschen" - diese von Ilja Ehrenburg erdachte Losung der sowjetischen Militärpropaganda wurde während des Zweiten Weltkrieges von Wassili Saizew, Sohn eines fernöstlichen Jägers, am besten umgesetzt.

Aber Saizew und seine Schüler waren keine kaltblütigen Mörder, wie sie heute im Dienst von Kriminellen stehen. Swetlana Argaszewa, Mitarbeiterin des Museums der Stalingrader Schlacht, erinnert sich: "Das war ein untersetzter, etwas korpulenter und äußerst bescheidener und schweigsamer Mensch. Beim Fotografieren wollte er nie in den ersten Reihen stehen."

Das Ausmaß der Schlacht von Stalingrad war so grandios, das es kaum vorstellbar ist. Die erbitterte gegenseitige Vernichtung von Hunderttausenden von Menschen, das durch Blut braun gefärbte Wasser in der Wolga, die Tragödie der Zivilbevölkerung der Stadt, in der die Schlacht ausgetragen wurde - all das ist kaum mehr nachvollziehbar. Aber die Schlacht Wassili Saizews war eine Schlacht eines Mannes gegen alle, die Schlacht eines Slawen gegen einen Germanen. Seine Taten sind groß und mit den Heldentaten Stallones oder Schwarzeneggers unvergleichbar. Das haben westliche Filmschaffende als erste erkannt. Wassili Saizew wurde zur Hauptfigur des Films "Duell - Enemy at the Gates". Der Zweikampf zwischen Achilles und Hektor in der antiken "Ilias" wurde zum Vorboten des großen Sieges. Dasselbe kann auch von dem realen Duell zweier Scharfschützen - des deutschen Majors König und des russischen Unterleutnants Saizew - während der Schlacht von Stalingrad gesagt werden.

Die beiden verfeindeten Armeen wissen von diesem Duell und sehen darin etwas Mystisches. Zwei raffinierte Jäger verfolgen einander in den Trümmern von Stalingrad und warten geduldig auf einen Fehler des anderen. Und diesen Fehler beging König, indem er glaubte, dass ein von ihm getöteter russischer Offizier Wassili Saizew war. Bevor er sein Leben ließ, schaffte es der Deutsche noch, in den Augen des Siegers zu schauen. In diesen Augen stand keine Freude, sondern Pflichtgefühl.

Die Schlacht um Stalingrad gehört immer mehr der Vergangenheit an. Ihre Helden werden zu Mythen, zu großen Mythen der großen Schlacht. (Boris Kaimakow, politischer Kommentator der RIA Nowosti).
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