8./9. Mai - Ende des Großen Vaterländischen Krieges – Historische Hintergründe




03-05-2005 Kapitulation Historie
Das Hobby eines Philatelisten aus Uljanowsk: Die Geschichte des Zweiten Weltkrieges
Der Philatelist Viktor Budkewitsch, aus dem Verwaltungszentrum Uljanowsk in der gleichnamigen Region im Wolgagebiet legte eine Sammlung von Marken an, anhand derer man die Geschichte des Zweiten Weltkrieges 1939 - 1945 verfolgen kann.

Wie Budkewitsch selbst gegenüber RIA Nowosti berichtete, begann er vor 20 Jahren mit der Sammlung. Sie besteht aus Hunderten von Marken aus zwei Dutzend Ländern, die unmittelbar in den Krieg verwickelt waren. Aufgenommen wurden ebenso Marken aus Ländern, die nicht direkt Krieg führten.

Alle Marken entsprechen den internationalen Standards der Philatelie, dass heißt, sie sind ungestempelt. Gestempelte Marken wurden nur dann aufgenommen, wenn der Stempel an sich einen Aussagewert hat. So datiert der Stempel auf einer der polnischen Marken vom 2. September 1939, vom zweiten Tag nach dem Überfall Hitlerdeutschlands auf Polen.

Einen breiten Platz widmet die Sammlung dem Großen Vaterländischen Krieg des sowjetischen Volkes gegen die faschistischen Eindringlinge, der zum wichtigsten Schlachtfeld des Zweiten Weltkrieges wurde. Die Sammlung enthält eine Marke, welche in der UdSSR direkt nach Kriegsbeginn, am 22. Juni 1941, herausgegeben wurde.

Die Sammlung widerspiegelt anschaulich den antifaschistischen Kampf in Westeuropa, darunter auch in den mit Hitlerdeutschland verbündeten Ländern. "Ich wollte den Zweiten Weltkrieg von allen Seiten zeigen, ohne dabei die Rolle der Roten (Sowjet-) Armee zu schmälern", erzählte der Sammler.

Ein großer Teil der Marken ist der Eröffnung der Zweiten Front und der Landung der alliierten Truppen in der Normandie im Jahre 1944 gewidmet. Ferner gibt es Marken zum Thema Holocaust, Nürnberger Prozess, Anti-Hitler-Koalition, Potsdamer Konferenz und Kapitulation des faschistischen Deutschland.

Der Philatelist berichtete, dass er bei der Suche nach dieser oder jener Marke gelegentlich mit politischen Schwierigkeiten konfrontiert war. So waren Marken zur jugoslawischen Thematik wegen der schlechten Beziehungen zwischen der UdSSR und Jugoslawien nur schwer aufzutreiben.

Die Marken wurden mit Hilfe von Verbindungen im Ausland und in der UdSSR zusammengetragen. Die letzte Marke, gewidmet der belgischen Widerstandsbewegung in den Jahren des Zweiten Weltkrieges, wurde in Moskau erworben. "Ich suchte sie über 20 Jahre, da ich von ihr durch ausländische Kataloge Kenntnis hatte", erzählte Budkewitsch.

Die Sammlung von Budkewitsch fand aus Anlass des 100. Geburtstages des zweimaligen Helden der Sowjetunion Iwan Polbin einen Platz auf der Regionalausstellung in Uljanowsk. Sie ist Bestandteil der Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag des Sieges.

Budkewitsch zufolge wurde die Sammlung schon in der Hauptstadt Weißrusslands, in Minsk, ausgestellt. Sie wird ferner in den russischen Städten Brjansk und Tula zu sehen sein. (RIA)
Sowjetische Agitproplakate zum 2. Weltkrieg
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Sowjetische Flugblätter für deutsche Soldaten
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Deutsche Agitproplakate zum 2. Weltkrieg
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