8./9. Mai - Ende des Großen Vaterländischen Krieges – Historische Hintergründe




05-05-2005 Kapitulation Historie
Im Krieg vermochten Frauen alles
In der Nacht zum 22. September 1943 beseitigten Minsker Partisanen den von Hitler eingesetzten Generalkommissar im okkupierten Weißrussland, Gauleiter Wilhelm Kube.

Den Befehl Moskaus zur Liquidation erhielten zu gleicher Zeit zwölf Diversionssondergruppen der sowjetischen Militäraufklärung, vom Volkskommissariat für Staatssicherheit /NKGB/ und dem Zentralstab der Partisanenbewegung. Für die erfolgreiche Operation erhielten Jelena Masanik, Marija Ossipowa und Nadeschda Trojan den Titel Held der Sowjetunion. Durch eine geschickte operative Kombination gelang es ihnen, im Haus des Gauleiters mit einer Tretmine den Henker des weißrussischen Volkes zu töten.

Im Großen Vaterländischen Krieg dienten mehr als 800 000 Frauen in der Armee, noch mehr bewarben sich um Entsendung an die Front. Jelena Masanik und Marija Ossipowa hatten keine militärische Ausbildung. Nadeschda Trojan unterbrach ihr Studium an der Minsker medizinischen Hochschule und ging als Freiwillige an die Front. Im Auftrag der Sonderbrigade "Dima" kämpfte sie im Hinterland des Feindes. Wie viele Millionen ihrer Landsleute sah sie, welches Unglück die Besatzer dem Land brachten: geheime Feldpolizei, Gendarmerie und die Abwehr nahmen regelmäßige Razzien und Erschießungen vor. Gerade unter Wilhelm Kube begannen die Massenmorde. Man tötete Menschen in Todeswagen mit den Auspuffgasen. Auf dem Territorium Weißrusslands wurden 260 KZs eingerichtet, in denen mehr als 1,4 Millionen Menschen ermordet wurden. Allein in Trostenez kamen über 200 000 Menschen um. Mehr vernichteten die Faschisten nur in Auschwitz, Maidanek und Treblinka.

Die Einstellung der Frauen zum Krieg läßt sich besser verstehen, wenn man daran denkt, wie tief er sie berührt. Viele Jahre später erinnern sich jene von ihnen, die am Leben geblieben sind: "Was wir gesehen haben, war die Hölle in der Hölle". Die ehemalige Scharfschützin T. Stepanowa gestand im Gesprächmit mir: "Einem Mann fällt es leichter, den Krieg zu ertragen. Wie aber die Frauen das vermochten, weiß ich nicht. Heute noch entsetzt mich allein die Erinnerung daran. Damals aber habe ich neben Toten geschlafen, geschossen. Und ich kann mich erinnern, dass der Geruch von Blut auf dem Schnee besonders scharf ist ... Ich sage das und mir wird schlecht ... Damals ertrug und vermochte ich aber alles".

Nach der Rückkehr von der Front fühlten sie sich älter als ihre Altersgenossinnen, weil sie das Leben mit ganz anderen Augen betrachteten - mit den Augen, die den Tod gesehen hatten. Sie boten in ihrer Mehrheit ihre Kräfte dafür auf, sich dem neuen Leben in Frieden anzupassen und maximalen Nutzen zu bringen. Jelena Masanik absolvierte eine pädagogische Hochschule und arbeitete im Ministerium für Staatskontrolle Weißrusslands, später war sie stellvertretende Direktorin der wissenschaftlichen Bibliothek der Akademie der Wissenschaften der Republik. Marija Ossipowa wurde Mitglied des Obersten Gerichts Weißrusslands. Nadeschda Trojan leitet derzeit eine Moskauer medizinische Hochschule. (Wjatscheslaw Laschkul, Kommentator der RIA Nowosti)
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