8./9. Mai - Ende des Großen Vaterländischen Krieges – Historische Hintergründe




08-05-2005 Kapitulation Historie
Militärische Auszeichnungen der UdSSR im Zweiten Weltkrieg
Während des Großen Vaterländischen Krieges von 1941 - 1945 war militärisches Heldentum eine Massenerscheinung, Orden und Medaillen schmückten die Uniform eines jeden Soldaten und Offiziers unabhängig vom Rang. Die Vorschläge zur Auszeichnung bildeten einen unendlichen Strom von Meldungen von der Front nach Moskau.

In der Hitze von grausamen Schlachten und kritischen Situationen hatte man aber manchmal keine Zeit, an die "Dekoration" zu denken, und es kam vor, dass die entsprechenden Listen verloren gingen oder in Archiven verschwanden. Der russische Staat hat bisher seine heilige Pflicht gegenüber den Helden nicht erfüllt: 1,5 Millionen Auszeichnungen warten immer noch auf ihre Inhaber. Aber anlässlich des bevorstehenden 60. Jahrestages des Sieges initiierte der Präsident von Russland eine beispiellose Aktion, in deren Zuge die Helden gefunden und ihnen (oder ihren Nachkommen) ihre in der Zeit und in Vorkommnissen von allerlei Art verlorenen Auszeichnungen überreicht werden sollen.

Sergej Iwanow, Verteidigungsminister der Russischen Föderation, erklärte vor kurzem, sein Amt werde alles tun, damit die Orden und Medaillen zu ihren Trägern finden. Schon haben 90 000 Auszeichnungen diesen Weg zurückgelegt. "Leider aber kommt es immer öfter vor", sagte der Minister, "dass die Auszeichnungen die Veteranen nicht mehr am Leben vorfinden." Es wird erwartet, dass das Land am 1. März 2005 den Namen des letzten Helden, den seine Auszeichnung gefunden hat, erfährt.

Mit welchen Orden und Medaillen wurden die Kriegsteilnehmer ausgezeichnet?

1. Die höchste Auszeichnung war der Titel HELD DER SOWJETUNION: Verliehen wurde der Titel laut Statut "für persönliche oder kollektive Verdienste um den Sowjetstaat und die Sowjetgesellschaft, die mit der Vollbringung einer Heldentat verbunden waren". Hierbei wurden der Leninorden (zum Orden)und die Medaille "Goldener Stern" (zum Orden)als Symbol der besonderen Auszeichnung überreicht. Seit der Stiftung der Auszeichnung prägte die Münzstätte 13 700 Exemplare der "Goldenen Sterne". Viele "Goldene Sterne" sind inzwischen ohne ihre Träger geblieben.

2. Der SIEGESORDEN. (zum Orden)Ausgezeichnet wurde mit diesem höchsten Kriegsorden der UdSSR das Führungspersonal für erfolgreiche Militäroperationen, die zumindest im Maßstab einer Front durchgeführt wurden und die Situation auf dem Kriegsschauplatz radikal veränderten. Das ist der schönste, größte und am reichsten verzierte Orden der UdSSR: ein Platinstern mit einer Strahlenweite von 72 mm, geschmückt mit einem Rubin und 170 Brillanten (insgesamt 16 Karat schwer). Seit der Orden besteht, wurden nur 20 Exemplare an 16 Träger überreicht. Den Orden Nr. 1 bekam Marschall Georgi Schukow, den Orden Nr. 2 Marschall Alexander Wassilewski und Nr. 3 Jossif Stalin. Sie wurden im April 1944 für die Befreiung der Ukraine am rechten Dnjepr-Ufer ausgezeichnet. Am Kriegsende erhielten alle drei den Siegesorden zum zweiten Male. Alles in allem wurden mit diesem Orden zehn Feldherren ausgezeichnet: neben den oben Genannten auch die Marschälle Konstantin Rokossowski, Rodion Malinowski, Fjodor Tolbuchin, Leonid Goworow, Semjon Timoschenko, Kyrill Merezkow sowie der Generalstabschef Armeegeneral Alexej Antonow.

Zu den mit dem Orden Ausgezeichneten gehörten auch fünf Ausländer: Josip Broz Tito (Jugoslawien), Michal Rola-Zymierski (Polen), Dwight Eisenhower (USA), Bernard Montgomery (Großbritannien) und König Mihai I. von Rumänien.

3. Der LENINORDEN. (zum Orden)Diese höchste Auszeichnung der UdSSR wurde, wie es im Statut heißt, "für besonders hervorragende Verdienste um die revolutionäre Bewegung, die Arbeitstätigkeit, den Schutz des sozialistischen Vaterlandes, die Entwicklung der Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen den Völkern, die Festigung des Friedens" und andere Verdienste verliehen.

4. Der ROTBANNERORDEN. (zum Orden) Bis 1943 (als der Siegesorden gestiftet wurde) galt er als die höchste Kriegsauszeichnung des Landes. Der Rotbannerorden blieb während des ganzen Krieges ein Eliteorden, er wurde verliehen "für besondere Großtaten, die unter Gefechtsbedingungen, unter offensichtlicher Lebensgefahr vollbracht, sowie für Mut, Kühnheit und Tapferkeit, die bei erfolgreicher Ausführung eines Sonderauftrages gezeigt wurden". Das war der einzige sowjetische Orden, auf dessen Avers die Zahl eingraviert war, die anzeigte, zum wievielten Male er dem Betreffenden verliehen wurde. Er bildete außerdem ein Element der Waffe mit Widmung als Auszeichnung: eines Säbels mit vergoldetem Griff und einer Mauserpistole, auf denen der Orden eingeprägt wurde.

Der erste Träger des Rotbannerordens während des Großen Vaterländischen Krieges war ein Flieger, Hauptmann A. Artjomow. Das jüngere Offizierskorps und Soldaten wurden mit diesem Orden nicht ausgezeichnet. Zugleich gab es Fakten von beispiellosen Verleihungen: Der jüngste Träger des Rotbannerordens war der zwölfjährige Schüler Igor Krawtschuk, der zwei Regimentsfahnen gerettet hatte. Mit diesem Orden wurde der dreizehnjährige Wolodja Dubinin aus Kertsch ausgezeichnet, allerdings posthum. Der vierzehnjährige Schiffsjunge Igor Pachomow hatte sogar zwei Rotbannerorden. Zu den Trägern des Ordens gehören auch Ausländer, beispielsweise der Kommandeur des Geschwaders "Normandie - Njemen" Pierre Pouillard und der Flieger desselben Geschwaders Marquis Rolland des la Poipe. Insgesamt wurde der Rotbannerorden während des Großen Vaterländischen Krieges 238 Mal verliehen.

5. Nach FELDHERREN benannte ORDEN: nach ALEXANDER SUWOROW (zum Orden erster Grad)( zum Orden zweiter Grad)( zum Orden dritter Grad) und MICHAIL KUTUSOW (zum Orden erster Grad)( zum Orden zweiter Grad) (zum Orden dritter Grad), sowie die für die Seestreitkräfte bestimmten Orden " ADMIRAL NACHIMOW " (zum Orden erster Grad)( zum Orden zweiter Grad)und " ADMIRAL USCHAKOW " (zum Orden erster Grad)( zum Orden zweiter Grad). Offiziere der Bodentruppen und der Seestreitkräfte erhielten sie für hervorragende Erfolge bei der Truppenführung, für die Ausarbeitung und Durchführung bedeutender Kriegsoperationen und Seeschlachten, bei denen dem Gegner mit relativ wenig Opfern schwere Verluste zugefügt wurden. Der " ALEXANDER-NEWSKI-ORDEN " (zum Orden) wurde für persönlichen Mut an Kommandeure aller Ebenen verliehen. Mit dem " BOGDAN-CHMELNIZKI-ORDEN " (zum Orden erster Grad)( zum Orden zweiter Grad)( zum Orden dritter Grad) wurden nicht nur Armeeangehörige der regulären Truppen, sondern auch im gegnerischen Hinterland aktive Partisanen ausgezeichnet: für Verwegenheit im Kampf, Tapferkeit und Fähigkeiten im Kampf gegen den Feind.

6. Der ORDEN DES VATERLÄNDISCHEN KRIEGES. (zum Orden)Er gehört zu den populärsten der Kriegszeit. 345 000 Frontkämpfer wurden mit dem Orden der 1. und über 500 000 dem der 2. Klasse ausgezeichnet. Sein Statut enthält mehrere Seiten, in denen durchaus "alltägliche" Taten aufgezählt sind: das, was im Krieg als "Routinehandlungen" bezeichnet wird. Zum Beispiel die persönliche Vernichtung eines Flugzeugs des Gegners in der Luft, die Unterdrückung von ständigen befestigten Feuerpunkten des Gegners zu Lande, die Vernichtung von Panzern, das Einrichten einer Übersetzstelle über einen Fluss unter Beschuss, das Einbringen eines Gefangenen, der wertvolle Aussagen machen konnte, ein erfolgreiches Anlanden, das Versenken von gegnerischen Schiffen usw.

7. Der ORDEN „ROTER STERN ".(zum Orden) Zwei Millionen Kriegsteilnehmer erhielten ihn in den Jahren des Großen Vaterländischen Krieges. Zusammen mit dem Orden des Vaterländischen Krieges bildete er den so genannten "Offizierssatz": Auszeichnungen, die für jüngere Offiziere (Zugführer und Kompaniechefs) bestimmt waren. Der Orden „Roter Stern" gehört zu den ersten sowjetischen Auszeichnungen. Der fünfzackige rote Stern, Symbol der Sowjetarmee, "wanderte" einfach von der Feldmütze eines Rotarmisten auf seine Feldbluse. Das Design des Ordens ist einfach: Vor dem Hintergrund des rubinroten Emails des Sterns ist ein Soldat mit gefälltem Bajonett abgebildet. Der erste Orden des Roten Sterns wurde bereits 1929 verliehen, und zwar dem Armeebefehlshaber W. Blücher für die Liquidierung des bewaffneten Konfliktes an der Ostchinesischen Eisenbahn. Im Krieg von 1941 - 1945 wurde der Orden des Roten Sterns für ausgezeichnete Führung der Kampfhandlungen, für Mut und Tapferkeit sowie erfolgreiche Ausführung eines Sonderauftrages des Kommandos verliehen.

8. Der RUHMESORDEN. (zum Orden erster Grad)( zum Orden zweiter Grad)( zum Orden dritter Grad) Er war eine hauptsächlich für Soldaten bestimmte Auszeichnung, laut Statut "für ruhmreiche Taten der Tapferkeit, des Mutes und der Furchtlosigkeit" verliehen. Es ist eine hohe Ehre und ein großes Verdienst, Träger aller drei Klassen des Ruhmesordens zu sein. Eine ähnliche Auszeichnung existierte in der Armee des zaristischen Russland: das Ordenskreuz des Hl. Georg. Die Stifter des Ruhmesordens übernahmen vom Georgskreuz die orange-schwarzen Streifen des moirierten Bandes, an welches er angeheftet wird. Nur dass anstatt des Kreuzes ein Stern (1. Klasse aus Gold, 2. und 3. Klasse aus Silber) abgebildet ist.

Der Ruhmesorden wurde im November 1943 gestiftet. Um alle drei Klassen der Auszeichnung zu erhalten, musste ein Soldat drei "besondere" Taten vollbringen. Zum Beispiel: das Banner einer Einheit retten, den Auftrag auch in einem brennenden Panzer weiter ausführen, in einen befestigten Feuerpunkt des Gegners eindringen, mit der persönlichen Waffe ein Flugzeug abschießen, unter Einsatz des eigenen Lebens einen Kommandeur retten, usw. Bei solchen Taten gab es keinen Platz für Zufälligkeiten, und wer den Orden aller drei Klassen hatte, war natürlich ein wahrer Held.

MEDAILLEN. Ende Dezember 1942 wurden Medaillen zur Auszeichnung für die Teilnahme an heroischen Verteidigungsschlachten gestiftet:
"Für die Verteidigung von Leningrad" (zum Orden),
"Für die Verteidigung von Odessa" (zum Orden),
"Für die Verteidigung von Sewastopol" (zum Orden) und
"Für die Verteidigung von Stalingrad" (zum Orden).
Später kamen weitere Medaillen hinzu:
"Für die Verteidigung von Moskau" (zum Orden),
"Für die Verteidigung des Kaukasus" (zum Orden) und
"Für die Verteidigung des sowjetischen hohen Nordens" (zum Orden).
Im Februar 1943 wurde die Medaille
"Partisan des Großen Vaterländischen Krieges"(zum Orden erste Klasse)( zum Orden zweiter Klasse) (zwei Klassen) gestiftet, eine der seltensten und besonders geschätzten Kriegsauszeichnungen. Heute jagen die Sammler nach ihr.

Der Vormarsch der Befreiungsarmee in Europa fand seinen Ausdruck in weiteren Medaillen:
"Für die Einnahme von Königsberg" (zum Orden),
"Für die Einnahme von Budapest" (zum Orden),
"Für die Einnahme von Wien" (zum Orden),
"Für die Befreiung von Belgrad" (zum Orden),
"Für die Befreiung von Warschau" (zum Orden),
"Für die Einnahme von Berlin" (zum Orden) und
"Für die Befreiung von Prag" (zum Orden).
Zu Ehren des Sieges wurden die Medaillen
"Für den Sieg über Deutschland im Großen Vaterländischen Krieg 1941 - 1945" (zum Orden) und
"Für den Sieg über Japan" (zum Orden) geprägt.
Sie sind gleichsam die beiden letzten "Schüsse", die beiden fetten Schlusspunkte unter der Geschichte des Krieges: einer im Westen und einer im Osten. (Tatjana Sinizyna, Kommentatorin der RIA Nowosti)
Sowjetische Agitproplakate zum 2. Weltkrieg
zum Vergrössern auf das Bild klicken





Sowjetische Flugblätter für deutsche Soldaten
zum Vergrössern auf das Bild klicken


Deutsche Agitproplakate zum 2. Weltkrieg
zum Vergrössern auf das Bild klicken