8./9. Mai - Ende des Großen Vaterländischen Krieges – Historische Hintergründe




09-05-2007 Kapitulation Historie
Der Tag des Sieges und seine Geschichte
Der Tag des Sieges der UdSSR über das faschistische Deutschland im Großen Vaterländischen Krieg von 1941 - 1945 wird in Russland am 9. Mai begangen.

Eingeführt wurde er 1945, seit dem Jubiläumsjahr 1965 als arbeitsfrei erklärt und mit einer feierlichen Parade auf dem Moskauer Roten Platz begangen. Nach dem Zerfall der UdSSR gab es eine Zeitlang keine Paraden am Tag des Sieges, bis 1995 das Ritual wiederbelebt wurde. Damals gab es in Moskau zwei Paraden: eine auf dem Roten Platz (zu Fuß) und eine auf dem Poklonnaja-Berg (unter Teilnahme von Truppen und Kriegstechnik). Seitdem werden die Paraden auf dem Roten Platz alljährlich, wenn auch ohne Kriegstechnik, abgehalten.

An diesem Tag treffen sich traditionell Frontsoldaten, werden Kränze an den Denkmälern des Ruhmes und der Soldatentapferkeit niedergelegt, und am Abend gibt es ein festliches Feuerwerk.

Vor 62 Jahren, im April 1945, kamen die Sowjettruppen dicht an die Grenze von Berlin. Die deutschen Truppen bezogen Verteidigungsstellungen längs der Westufer der Oder und der Neiße. Im Vorfeld von Berlin und in der Stadt selbst wurde eine Truppengruppierung konzentriert, der 62 Divisionen angehörten und die rund eine Million Menschen, 1500 Panzer, 10 400 Geschütze und Granatwerfer sowie 3300 Kampfflugzeuge zählte. Berlin selbst war bereits zu einem überaus starken befestigten Raum ausgebaut und auf Straßenkämpfe vorbereitet worden. Um Berlin waren drei Verteidigungsringe angelegt worden, innerhalb der Stadt gab es über 400 ständige Feuerpunkte aus Eisenbeton.

Am Anfang der Operation zählten die Sowjettruppen 149 Schützen- und 12 Kavalleriedivisionen, 13 Panzer- und 7 mechanisierte Korps, 15 selbstständige Panzer- und Selbstfahrlafettenbrigaden mit einer Gesamtstärke von mehr als 1 900 000 Mann.

Am 29. April begannen die Gefechte um den Reichstag. Nach mehreren Angriffen besetzten Einheiten der 171. und der 150. Schützendivision in der Nacht das Gebäude. Am 30. April um 14.25 Uhr hissten die Sergeanten Michail Jegorow und Meliton Kantarija über dem Reichstag die Siegesfahne. Es ist aktenkundig, dass Militärangehörige verschiedener Einheiten sowohl vor als auch nach ihnen rote Fahnen auf dem Dach des Reichstags gehisst hatten, aber in der offiziellen Historiographie gilt als Siegesfahne nur die von Jegorow und Kantarija.

Am 1. Mai um 3.50 Uhr wurde der Generalstabschef des Heeres der Wehrmacht Infanteriegeneral Krebs, der erklärte, er sei bevollmächtigt, über einen Waffenstillstand zu verhandeln, zum Gefechtsstand der 8. Garde-Armee gebracht. Doch hatte Stalin verfügt, keine anderen Verhandlungen als über die bedingungslose Kapitulation zu führen. Dem deutschen Oberkommando wurde das Ultimatum gestellt: Falls bis 10 Uhr kein Einverständnis zur vorbehaltlosen Kapitulation vorliegt, werden die Sowjettruppen einen Schlag führen. Ohne eine Antwort bekommen zu haben, eröffneten die Sowjettruppen um 10.40 Uhr das Feuer. Nachdem gegen 18 Uhr bekannt geworden war, dass die Forderungen nach der Kapitulation abgelehnt worden waren, begann der letzte Sturm auf den zentralen Stadtteil, wo sich die Reichskanzlei befand. In der ganzen Nacht vom 1. zum 2. Mai wurde gekämpft, bis zum Morgen wurden all ihre Räume von sowjetischen Soldaten besetzt.

Am 2. Mai um 1.50 Uhr kam per Rundfunk die Mitteilung über die Einstellung der Kriegshandlungen und die Entsendung von Parlamentären. Gegen 15 Uhr gaben sich die Reste der Berliner Garnison (über 134 000 Mann) gefangen.

Am 8. Mai um 22.43 Uhr mitteleuropäische Zeit (9. Mai, 0.43 Uhr Moskauer Zeit) unterschrieben Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel und die von Dönitz bevollmächtigten Vertreter der deutschen Kriegsmarine den Akt über die bedingungslose Kapitulation Deutschlands.

Im Verlauf der Berliner Operation verloren die Sowjettruppen 78 000 Mann an Gefallenen. Völlig zerschlagen wurden 70 Infanterie-, 12 Panzer- und 11 motorisierte Divisionen des Gegners und an die 480 000 Mann gefangen genommen.

Am 24. Juni 1945 fand auf dem Roten Platz die Siegesparade statt. Sie endete mit dem Vorbeimarsch von 400 Fahnenträgern, die die Fahnen der besiegten deutschen Truppen am Mausoleum hinwarfen.

Die USA, Großbritannien und die meisten westeuropäischen Länder begehen den Tag des Sieges im Zweiten Weltkrieg am 8. Mai. [ RIA Novosti ]
Sowjetische Agitproplakate zum 2. Weltkrieg
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Deutsche Agitproplakate zum 2. Weltkrieg
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