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27-07-2012 Litauen
Litauen fordert Entschädigung für sowjetische Besatzungszeit


Moskau – Eine Entschädigung Litauens für "die sowjetische Besatzung" hält das russische Außenministerium für unbegründet. Das erklärte der Sprecher des Amtes Alexander Lukaschewitsch am Mittwoch, indem er Absichten des Premiers von Litauen kommentierte, diese Frage auf die Tagesordnung der Beziehungen zwischen der Russischen Föderation und der Europäischen Union zu setzen.




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"Wir haben mehrmals dargelegt, dass jegliche Gründe für Kompensationszahlungen Russlands fehlen", betonte man im Außenministerium. "Diese Frage ist für uns ein für alle Mal abgeschlossen". In Moskau bedauert man, dass die heutige Regierung Litauens "feindliche Kampagnen fortzutreiben versucht".

"Natürlich werden dadurch die Beziehungen zwischen Russland und Litauen beeinflusst", sagte man im Ministerium. "Wir sind überzeugt, dass sich unsere europäischen Partner nicht am Gängelband von Vilnius im Dialog "Russland – Europäische Union" führen lassen.

Litauische Politiker können auf die Forderungen an Russland, die Schäden aus der "sowjetischen Besatzung" zu decken, nicht verzichten, denn das sei "der Wille des Volkes", der durch ein Referendum ausgedrückt worden ist, erklärte Arvidas Anusauskas, der Vorsitzender des Seimaskomitees (Parlamentskomitees) für nationale Sicherheit und Verteidigung, am Mittwoch.

Laut Anusauskas sei die berüchtigte Frage zur "Entschädigung für die sowjetische Besatzung" keine "von Politikern aus der Luft gegriffene Formulierung für Beziehungen mit Russland". "Das ist eine Verpflichtung gegenüber den Bürgern Litauens, die durch das Referendum bestätigt worden ist", sagte Anusauskas. Er hofft, dass diese Frage die russisch-litauischen Beziehungen nicht stören kann. "Immer gibt es Platz für einen Dialog", antwortete Anusauskas auf die Erklärung von Alexander Lukaschewitsch, dass "jegliche Gründe für Forderungen an die Russische Föderation, Schäden zu decken, fehlen" und diese Frage für Russland "ein für alle Mal abgeschlossen" sei.

Im Jahre 1992 wurde von rechten Politikern Litauens ein Referendum über die Entschädigung initiiert, doch damals gelang es ihnen nicht, mit Russland ins Gespräch einzusteigen. Im Jahr 2000 wurde vom litauischen Parlament ein Gesetz verabschiedet, das forderte, die Regierung Litauens solle von Russland als Rechtsnachfolger der Sowjetunion "Entschädigung der sowjetischen Besatzung" aushandeln. Laut Umfrage glauben über 80 Prozent der Einwohner Litauens nicht, dass Vilnius eine Entschädigung bekommen kann.
[russland.RU]
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