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07-02-2005 Litauen
Litauischer Außenminister war Reservist des sowjetischen Geheimdienstes KGB
Der litauische Außenminister Antanas Valionis gab zu, dass er Reservist des sowjetischen Geheimdienstes KGB war. Das berichtete Skirmantas Pabedinskas, Vorsitzender der Sonderkommission des litauischen Parlaments, der Saeima, für die Ermittlung der Verbindungen hochrangiger Beamter mit dem KGB.

Gleichzeitig bemerkte Pabedinskas, dass es in der schriftlichen Erklärung von Valionis heiße, dass er immer noch nicht über die Umstände seiner Aufnahme in die Liste der Reservisten unterrichtet sei.

Anfang Januar 2005 wurde bekannt, dass Valionis Berufsoffizier des KGB war und auf der Reservistenliste stand.

Die in der Presse veröffentlichten Dokumente zeugen davon, dass der heutige Außenminister im Jahre 1981, als er Instrukteur des Bezirkskomitees der Kommunistischen Partei Litauens war, in die Reservistenliste des KGB eingeschlossen wurde und 1982 den Hauptmannsrang bekam.

Am 01. Februar übergab Arvidas Anusauskas, Direktor eines Departements im Forschungszentrums des Antisowjetischen Widerstandes, der Saeima eine Liste von zehn hochrangigen litauischen Beamten, die KGB-Reservisten waren.

Dabei nannte er keine konkreten Namen. Anusauskas behauptet, dass die Aufnahme in die KGB-Reserve der Mitarbeit mit dem sowjetischen Sicherheitsdienst gleichkommt.

"Vor der Aufnahme in die KGB-Reserve wurden die Leute zu einem Gespräch vorgeladen und um ihre Zustimmung gefragt. Diejenigen, die die Zustimmung nicht gaben, kamen nicht auf die Reserveliste, und diejenigen, die auf der Liste standen, mussten an Übungen teilnehmen", so der Direktor des Departements.

Die Sonderkommission des Parlaments sollte Außenminister Antanas Valionis, den Generaldirektor des Departements Staatsssicherheit Arvidas Pocius sowie den Vizepräsidenten der Saeima, Alfredas Pekeliunas, dazu verhören.

Die Kommission der Saeima soll unter anderem die Umstände der Aufnahme der heutigen hochrangigen Beamten als KGB-Reservisten, über eventuelle Gesetzesverletzungen bei ihrer Ernennung und Bestätigung im Amt im unabhängigen Litauen sowie die Frage, ob ihr Verbleiben im Amt die nationale Sicherheit gefährdet, klären. (RIA)