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15-03-2005 Litauen
Litauens „KGB-Reservisten" könnten ihre hohen Ämter aufgeben
Litauens Parlament wird am Dienstag alle Umstände der Aufnahme einiger ranghoher litauischer Politiker in die Reserve des KGB der UdSSR Mitte der 80-er Jahre behandeln.

Zuvor hatte die Parlamentskommission für die Untersuchung von KGB-Kontakten der litauischen Politiker bekanntgegeben, die KGB-Reserve sei nur ein Teil der Mobilisationsstruktur der UdSSR gewesen. Daraus folgt, dass die KGB-Reserve nur während des Krieges aktiviert werden sollte. Insofern können die Angehörigen der Reserve nicht mit den Geheimagenten der sowjetischen Sicherheitsdienste gleichgesetzt werden.

Im Januar 2005 war in Litauen ein Skandal ausgebrochen, nachdem die Wochenzeitung „Atgimimas" Angaben darüber veröffentlicht hat, dass Außenminister Antanas Valionis, Generaldirektor des Amts für Staatssicherheit, Arvydas Pocius, und der Vizevorsitzende des litauischen Parlaments, Alfredas Pekeliunas, Anfang der 80-er Jahre in die Reserve des KGB der UdSSR aufgenommen worden waren.

Im Parlament wurde eine Sonderkommission gebildet, die klären soll, ob die Bekleidung hoher Staatsämter, die zur KGB-Reserve gehört hatten, „Sicherheitsinteressen des Staates bedrohen".

Laut dem litauischen Recht wird die Zugehörigkeit zur KGB-Reserve der UdSSR nicht mit der „bewussten Zusammenarbeit" mit dem Geheimdienst der ehemaligen UdSSR gleichgesetzt. Dennoch löste der Skandal eine öffentliche Diskussion über das moralische Recht der früheren Reservisten, hohe Staatsposten zu bekleiden.

Der litauische Historischer Arvydas Anusauskas erklärte gegenüber RIA Nowosti, dass alle Behauptungen von Valionis und Pocius, sie seien ohne ihr Wissen in die KGB-Reserve aufgenommen worden, völlig haltlos seien. „Sie haben alle sehr gut davon gewusst", erklärte Anusauskas.

Nach Ansicht des Historikers besteht das Problem darin, dass die litauische Öffentlichkeit nichts von manchen unansehnlichen Fakten aus Biografien bekannter Persönlichkeiten gewusst hat. Viele seien von den Enthüllungen in der Presse schockiert gewesen. (RIA)