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18-03-2005 Litauen
Yukos-Öllieferungen an Litauen werden behindert
Bis vor kurzem war das Ölunternehmen Yukos der größte Öllieferant für die Raffinerie Mazeikiu, die zur litauischen Gruppe Mazeikiu Nafta gehört, welche von Yukos und der litauischen Regierung - 53,7 beziehungsweise 40,66 Prozent der Aktien - kontrolliert wird.

Das russische Unternehmen lieferte mindestens 4,8 Millionen Tonnen Öl im Jahr an die Raffinerie. Jetzt aber könnte Yukos diese Möglichkeit verlieren, schreibt die "Wedomosti" am Freitag. Im 2. Quartal stehen Yukos und die Yukos-Töchter schon nicht mehr als Lieferanten im Plan.

Nach Angaben der Agentur Argus Media wurde Yukos von praktisch allen größeren Unternehmen - Lukoil, Rosneft, TNK-BP, Sibneft, Slavneft, Surgutneftegas und Tatneft - verdrängt, die gemeinsam 1,8 Millionen Tonnen Öl liefern sollen.

Yukos hatte im Jahre 2001 Mazeikiu-Nafta-Aktien bei der amerikanischen Firma Williams erworben. Damit wurde Yukos auch Rechtsnachfolger im Investitionsvertrag mit der Regierung Litauens. Laut diesem Dokument stehen dem Investor zwei Optionen für den Kauf zusätzlicher Aktienpakete der litauischen Gesellschaft zur Verfügung. Die erste - das Recht auf den Erwerb von Aktien der neuen Emission im Umfang von 9,7 Prozent des Stammkapitals für 75 Millionen Dollar - ist am 29. Oktober abgelaufen. Die zweite Option sieht den Abkauf von 11,5 Prozent der Mazeikiu-Nafta-Aktien bei der Regierung Litauens vor. Diese Option läuft am 29. Oktober 2006 ab.

Im Falle der Realisierung der beiden Optionen wäre der Yukos-Anteil am litauischen Konzern auf 74,93 Prozent angestiegen. Das Ölunternehmen konnte aber selbst die erste Option angesichts seiner schlecht finanziellen Lage nicht wahrnehmen, der Verlängerungsantrag wurde von der Regierung abgelehnt.

Ein dem Unternehmen Yukos nahestehender Sprecher äußerte die Überzeugung, dass das Abschneiden von Yukos von den Lieferungen an Mazeikiu eine bewusste Aktion der russischen Behörden war: "Sie wollen uns aus diesem Land verdrängen, damit der litauische Konzern einer anderen russischen Gesellschaft zufällt", hieß es.

Nach Ansicht von Lew Snykow, Analytiker der Investmentgesellschaft Sovlink, versuchen einige Unternehmen, Yukos zu zwingen, den Betrieb zu verkaufen. "Dies könnten sowohl die Gesellschaft Rosneft, die den Staat repräsentiert, als auch eine andere größere Gesellschaft sein, beispielsweise Lukoil oder Surgutneftegas", meinte der Experte.

Sergej Grigorjew, Vizepräsident des Unternehmens Transneft (Monopol für den Transport russischen Öls über die Rohrfernleitungen), wollte den Grund für den Ausschluss der Firma Yukos aus der Liste der Mazeikiu-Nafta-Lieferanten nicht erklären, schreibt die Zeitung. (RIA)