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10-12-2006 Alexander Litvinenko
Germanwings-Maschine auf Polonium untersucht - Ermittlungen im Fall Litvinenko in Deutschland ausgeweitet
Die Ermittlungen im Fall des getöteten Kreml-Kritikers Alexander Litvinenko in Deutschland sind ausgeweitet worden: Die Polizei entdeckte in mehreren Wohnungen in Hamburg und im Kreis Pinneberg Spuren von Radioaktivität. In den Wohnungen hatte sich der Litvinenko-Kontaktmann Dimitri Kowtun aufgehalten.

In einer Maschine der Fluggesellschaft Germanwings, mit der Kowtun am 1. November von Hamburg nach London geflogen war, wurden dagegen keine Polonium-Spuren gefunden.

bei russland.RU
Fall Litvinenko: Polonium als Schmugglerware?


Alexander Litvinenko Tod in London – Analysen, Meinungen, Hintergründe, Informationen bei russland.RU


Die Untersuchung eines Altbaus in Hamburg-Altona betraf die Wohnung von Kowtuns 31-jähriger Ex-Frau. Die Untersuchung von Kowtuns Wohnung, die sich im selben Haus befand, erbrachte keine Strahlenbelastung. Für die Feinuntersuchung mussten die rund 30 Bewohner das Mehrfamilienhaus verlassen. Die Untersuchung dürfte mehrere Tage in Anspruch nehmen. Viele der Bewohner seien bei Verwandten oder Bekannten untergekommen, sagte eine Polizeisprecherin.

Die Untersuchung in dem ebenfalls belasteten Haus in Haselau im Kreis Pinneberg sollte laut Polizei erst später beginnen. Presseberichten zufolge wohnt in dem mittlerweile evakuierten Haus die Mutter von Kowtuns Ex-Gattin. Beteiligt an den Untersuchungen in Hamburg waren Spezialisten der Bundespolizei, des Bundeskriminalamtes (BKA) und des Bundesamtes für Strahlenschutz.

Germanwings: Keine Polonium-Spuren in Passagiermaschine

In dem Flugzeug der Fluggesellschaft Germanwings, mit dem der Litvinenko-Kontaktmann Dimitri Kowtun am 1. November von Hamburg nach London geflogen ist, sind keine Polonium-Spuren gefunden worden. Wie ein Sprecher der Fluggesellschaft am Samstag sagte, wurden bei der mehrere Stunden langen Untersuchung durch das Bundesamt für Strahlenschutz "keinerlei Giftspuren" entdeckt. Die Maschine vom Typ A319 könne daher am Sonntagmorgen wieder wie geplant eingesetzt werden. Derzeit steht die Maschine den Angaben zufolge auf dem Flughafen Köln/Bonn. "Wir sind sehr erleichtert" über das Ergebnis, sagte der Sprecher.

Germanwings war am Morgen vom Hamburger Landeskriminalamt darüber informiert worden, dass Kowtun offenbar am 1. November in der fraglichen Maschine geflogen war. Die Gesellschaft zog den Airbus A319 daraufhin aus dem Verkehr.

Der 41-jährige Kowtun, der sich derzeit in einem Moskauer Krankenhaus befindet, wurde russischen Medienberichten zufolge wie Litvinenko mit Polonium 210 radioaktiv vergiftet. Sein Gesundheitszustand soll ernst sein. Der frühere russische Geheimdienstagent und Unternehmer hatte Litvinenko am 1. November in einer Londoner Hotelbar getroffen. Kurze Zeit später zeigte Litvinenko erste Vergiftungssymptome. An dem Treffen nahm auch der Ex-Spion Andrej Lugowoi teil, der derzeit in Moskau ebenfalls unter medizinischer Beobachtung steht. Litvinenko starb am 23. November in London.