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22-11-2006 Alexander Litvinenko
Thallium-Vergiftung Litvinenkos "unwahrscheinlich"
Britische Ärzte haben eine Vergiftung des russischen Ex-Spions Alexander Litvinenko mit Thallium in Zweifel gezogen. Es sei "unwahrscheinlich", dass Litvinenko mit dem Stoff vergiftet worden sei, hieß es am Dienstag in einer Erklärung des Londoner University College Hospitals, in dem der 43-Jährige auf der Intensivstation liegt.






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Auf Basis der jüngsten Ergebnisse und der klinischen Daten sei eine Thallium-Vergiftung eher nicht die Ursache für den Zustand des Patienten. Die Mengen Thallium, die festgestellt werden konnten, reichten für ein solches Krankheitsbild nicht aus, sagte ein behandelnder Arzt, Amit Nathwani.

Weitere toxikologische Tests sollten Aufschluss über die Art der Vergiftung geben, sagte Nathwani weiter. Es gebe viele Möglichkeiten und es sei auch nicht auszuschließen, dass die eigentliche Ursache nie gefunden werde. Litvinenko leide unter anderem an Herzrhythmusstörungen.

Ein behandelnder Toxikologe hatte zuvor vor Journalisten in London gesagt, Litvinenko sei möglicherweise mit radioaktivem Thallium vergiftet worden. Er habe "bei Thallium noch nie einen schlimmeren Fall gesehen". Während Litvinenko unter Polizeischutz auf der Intensivstation lag und um sein Leben kämpfte, übernahm die britische Anti-Terror-Einheit SO15 die Ermittlungen.

Litvinenko war am 1. November vergiftet worden. Er hatte an jenem Tag mit zwei russischen Landsleuten in einem Hotel in der Londoner Innenstadt Tee getrunken und sich mit einem italienischen Wissenschaftler getroffen, der als Berater für das italienische Parlament arbeitet, wie sein Sprecher sagte.