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10-12-2006 Alexander Litvinenko
ARD-Sendung "Sabine Christiansen" lädt Kasparow aus
Der frühere Schachweltmeister und Kreml-Kritiker Garri Kasparow ist nach einem Bericht von "Focus Online" aus der ARD-Sendung "Sabine Christiansen" am Sonntagabend ausgeladen worden. Thema der Talkrunde unter dem Motto "Die Russen kommen" war unter anderem der mutmaßliche Mord an dem russischen Ex-Agenten Alexander Litvinenko.




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Kreml-Kritiker Kasparow sei neben dem russischen Botschafter Wladimir Kotenew und vier anderen Gästen Mitte der vergangenen Woche zu der Runde eingeladen worden, um über den Gifttod Litvinenkos und die möglichen Hintergründe zu sprechen. Doch am Freitag sei ihm wegen "technischer Probleme" abgesagt worden, wie er dem Online-Magazin sagte.

Kasparow halte den Grund für vorgschoben. Wenn er anderen TV-Sendern Interviews gebe, gebe es bei den Fernsehbrücken aus Moskau keine Probleme. Im russischen Fernsehen dagegen höre er immer wieder die Ausrede, dass es "aus technischen Gründen" nicht gehe. Im russischen Fernsehen darf sich Kasparow dem Bericht zufolge schon seit längerem nicht mehr äußern. Der 43-Jährige zählt zu den schärfsten Kritiker des Kreml und von Russlands Präsident Wladimir Putin.

Die Redaktion von "Sabine Christiansen" habe dagegen argumentiert, dass es "definitiv nicht stimmt, dass Kasparow wegen einer Intervention des russischen Botschafters abgesagt wurde", berichtete das Magazin. Christiansen-Sprecher Michael Ortmanns sagte zu der Vermutung, Botschafter Kotenew habe Kasparows Ausladung zur Bedingung für sein Erscheinen erhoben: "Das gibt es bei uns nicht, dass Gäste auf die Zusammensetzung der Sendung Einfluss nehmen können."

Kasparow sieht dem Bericht zufolge die Vergiftung Litvinenkos "eindeutig" als "eine Folge des Machtkampfes im Kreml". Dahinter stehe "einer der verschiedenen Kreml-Clans". Selbst regierungsnahe Fernsehleute aus Russland sprächen von "finsteren Kräften im Kreml", sagte der "Focus Online".