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12-12-2006 Alexander Litvinenko
Russischer Oppositionsführer will im Fall Litvinenko aussagen
Ein russischer Oppositionsführer will sich im Mordfall Litvinenko als Belastungszeuge gegen den russischen Geheimdienst zur Verfügung stellen. Er habe den Ex-Spion am 30. Oktober, zwei Tage vor dessen Vergiftung, getroffen, sagte der Vorsitzende der Jugendbewegung Pora ("Es ist Zeit"), Andrej Sidelnikow, am Montag. Dabei habe Litvinenko ihm berichtet, dass er in Kürze Dokumente erwarte, die eine Verwicklung des Geheimdienstes in den Mord an der Journalistin Anna Politkowskaja belegten.



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"Es war in London, wir hatten uns etwa um fünf Uhr abends neben der U-Bahn-Station Oxford Circus getroffen und gingen in ein nahes Cafe, an dessen Namen ich mich nicht erinnern kann. Dann sprachen wir etwa zwei Stunden miteinander", sagte Sidelnikow.

Er sei bereit, gegenüber den britischen Behörden auszusagen. Zur russischen Staatsanwaltschaft habe er dagegen kein Vertrauen. "Die russischen Behörden sind ausgeschlossen, weil ich glaube, dass die russischen Machthaber an Litvinenkos Tod mit schuld sind", sagte er.

Er habe sich in der Angelegenheit mit dem britischen Botschafter in Moskau, Anthony Brenton, in Verbindung gesetzt, sagte Sidelnikow. Eine Reaktion habe es aber nicht gegeben. "Er bat mich, ihm eine E-Mail zu schicken, und ich tat das. In der Mail habe ich alle meine Koordinaten für die Vertreter von Scotland Yard gelassen, doch niemand hat sich an mich gewandt", sagte er.

Was das Treffen mit Litvinenko angeht, so sagte Sidelnikow, dass der ehemalige FSB-Offizier sich bei ihrem Treffen völlig normal gefühlt habe. "Er war froh und munter wie eh und je", sagte der Pora-Führer.

"Wir sprachen über den Fall Politkowskaja, weil er mit ihr befreundet war und ich sie kannte. Er ermittelte zu ihrem Tod und sagte, dass er in der nächsten Zeit irgendwelche Dokumente dazu bekommen solle, die Licht in die Angelegenheit bringen und die Verbindung der russischen Geheimdienste damit aufdecken sollen", sagte er.

Sidelnikow glaubt nicht, dass Litvinenko Polonium geschmuggelt haben könnte. "Ich weiß nicht, ob er irgendwas mit Poloniumtransporten zu tun hatte. Ich glaube nicht, weil wir einander seit 2002 kennen und nie Fragen über Schmuggel oder so was laut wurden", sagte er.