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13-12-2006 Alexander Litvinenko
Strafgesetzbuch ahndet Freisetzung radioaktiver Strahlung
Nach dem Fund von hochradioaktivem Polonium in Hamburg und Umgebung ermitteln die Behörden gegen den russischen Geschäftsmann Dimitri Kowtun wegen des Verdachts des Missbrauchs ionisierender Strahlen.

Grundlage dafür ist unter anderem der Paragraf 309 des Strafgesetzbuchs. Er sanktioniert den "Gebrauch ionisierender Strahlung zur Schädigungen von Personen oder Sachen". Wer nach dieser Regelung radioaktive Strahlen freisetzt, um die Gesundheit eines anderen zu schädigen, wird mit bis zehn Jahren Haft bestraft. In minder schweren Fällen reicht das Strafmaß von sechs Monaten bis fünf Jahren. Wird ein Mensch gesundheitlich schwer geschädigt, beträgt das Mindeststrafmaß nicht unter zwei Jahren.

In der Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts sind für die Jahre 1987 bis 2005 insgesamt 24 Fälle einer Freisetzung von radioaktiven Strahlen aufgeführt. 16 davon wurden aufgeklärt. Dazu zählt auch ein Plutonium-Diebstahl aus einem stillgelegten Forschungsreaktor in Karlsruhe. Der Täter, ein Reinigungsarbeiter, war im Juni 2002 vom Landgericht Karlsruhe zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden: Die Richter äußerten damals die Vermutung, dass der Mann seine ehemalige Lebensgefährtin mit dem radioaktiven Material vergiften wollte. Die Frau und deren Tochter waren verstrahlt worden, weil der Täter, das strahlende Material in der Wohnung der beiden Frauen versteckt hatte.