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14-12-2006 Alexander Litvinenko
West-Geheimdienste womöglich an Putin-Demontage interessiert
Im "Fall Litwinenko" könnten westliche Geheimdienste verwickelt sein, die an einer Rufschädigung Putins und der russischen Geheimdienste interessiert seien. Diese Meinung äußerte Sebastian Pflugbeil, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Strahlungsschutz, in einem am Donnerstag in der Moskauer Tageszeitung "Wremja Nowostej" veröffentlichten Interview.

Wenn man den "Freundeskreis" von Litwinenko betrachtet, so kommt man zu dem Schluss, dass alles in diesem nicht besonders transparenten Milieu geschehen könnte, fügte er hinzu. Die "Hauptversion", die heute besonders aktiv diskutiert wird - Litwinenkos Mord im Auftrag des KGB und Putins - ist dabei absolut nicht überzeugend, fügte der Experte hinzu.

In der Geschichte um den mysteriösen Tod des Ex-KGB-Offiziers bleibt derzeit vieles unerklärbar. Nach Ansicht Pflugbeils wird vieles auch nicht aufgedeckt werden. Dennoch kann man sich unmöglich vorstellen, dass es im heutigen FSB keine Menschen gibt, die eine Operation mit Polonium-210 auf professionellem Niveau ausführen könnten. Die hinterlassenen Polonium-Spuren und sonstige "Indizien" führen zu offensichtlich nach Moskau, für den KGB wäre das aber eine viel zu schlechte "Visitenkarte", sagte er.

Nach seiner Auffassung haben Menschen die Operation mit Polonium-210 ausgeführt, für die nicht der Mord des Ex-KGB-Offiziers an sich, sondern die jetzige Diskussion und der internationale Rummel wichtig waren. Der Sinn dieser Diskussion besteht darin, Putins Ruf zu schaden und die russischen Geheimdienste zu kompromittieren, stellte der Experte fest.

Er verwies darauf, dass Putin in den nächsten Monaten wichtige internationale Treffen zu absolvieren hat, auch die Präsidentenwahl in Russland rückt immer näher. In Bezug auf den gesunden Menschenverstand ist es völlig unerklärbar, dass sich Putin gerade jetzt an seinem ehemaligen KGB-Kollegen rächen wollte, dazu noch dermaßen dilettantisch. [ RIA Novosti ]