russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



15-12-2006 Alexander Litvinenko
Fall Litvinenko: Lugowoj beteuert seine Unschuld – Berliner Spur führt ins Leere
Der russische Geschäftsmann Andrej Lugowoj, eine der Schlüsselfiguren im Fall des Ende November gestorbenen Kreml-Kritikers Alexander Litvinenko, hat in einem Telefonat mit der "Süddeutschen Zeitung" (Freitagsausgabe) seine Unschuld beteuert. "Ich versuche, den britischen Ermittlern so gut es geht zu helfen", sagte er.

Sein Leben sei nicht in Gefahr. Lugowoj und sein Partner Dmitri Kowtun hatten den früheren Geheimdienstagenten Litvinenko am 1. November in einem Londoner Hotel getroffen, an dem Tag also, an dem dieser mutmaßlich mit der radioaktiven Substanz Polonium 210 vergiftet worden war.

Hamburger Ermittler: Hinweis auf Hauptstadt war "Fehlspur"

Hinweise auf eine angebliche Spur nach Berlin als falsch erwiesen. Nach Angaben der Hamburger Polizei vom Donnerstag wurde zwar überprüft, ob sich der Litwinenko-Kontaktmann Dimitri Kowtun in der Nacht zum vergangenen Dienstag in der Hauptstadt aufgehalten hat. Der entsprechende Hinweis habe sich jedoch als "Fehlspur" herausgestellt. Es gebe "keine Anhaltspunkte dafür, dass sich Herr Kowtun zu diesem oder einem anderen Zeitpunkt in Berlin aufgehalten hat", sagte eine Polizeisprecherin.

bei russland.RU
Fall Litvinenko: Polonium als Schmugglerware?


Alexander Litvinenko Tod in London – Analysen, Meinungen, Hintergründe, Informationen bei russland.RU


Die "Berliner Morgenpost" hatte zuvor berichtete, Kowtun solle in der Nacht zum Dienstag bei seiner Schwiegermutter in Hamburg angerufen haben. Als Hamburger Sicherheitsbehörden den Anruf zurückverfolgten, seien sie auf einen Handy-Anschluss gestoßen, dessen Standort zu diesem Zeitpunkt der Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg gewesen sei.

Kowtun soll auf noch ungeklärte Weise in den Tod an Litvinenko verwickelt sein. Dem 41-Jährigen werden eine Reihe von Polonium-Spuren zugeschrieben, die am vergangenen Wochenende in Hamburg gefunden worden waren. Kowtun hatte sich nach Erkenntnissen der Ermittler Ende Oktober mehrere Tage in der Hansestadt aufgehalten, bevor er am 1. November zu einem Treffen mit Litvinenko nach London weiterreiste. Kurz nach dem Treffen mit Kowtun und zwei weiteren Russen in der Londoner Hotelbar waren bei Litvinenko die ersten Vergiftungserscheinungen aufgetreten.

Lugowoj und Kowtun sind mit Polonium 210 kontaminiert und werden in einem Krankenhaus in Moskau behandelt.