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15-12-2006 Alexander Litvinenko
Herkunftsland von Polonium lässt sich noch nicht ermitteln
Die Herkunft von Polonium lässt sich im Prinzip anhand seiner Spuren ermitteln - eine solche Methodik gibt es aber momentan weder in Russland noch im Ausland. Das stellte Nikolai Ponomarjow-Stepnoi, Vizepräsident des Russischen Forschungszentrums "Kurtschatow-Institut", der vor 40 Jahren als Erster in Russland mit Polonium zu arbeiten begonnen hatte, am Freitag in der Zeitung "Iswestija" fest.

"Alle Alpha-Teilchen sind zwar gleich, Polonium hinterlässt aber chemische Mikrospuren, nach denen die Produktionstechnologie und damit der Hersteller ermittelt werden können. Ich kann aber mit Sicherheit sagen, dass unser Land diese Methodik nicht hat, weil es diese nicht braucht. Ich bin sicher, dass es diese Methodik auch im Ausland nicht gibt, und zwar aus demselben Grund. Um eine entsprechende Methodik zu entwickeln, werden mehrere Monate erforderlich sein."

Igor Charitonow, Laborleiter des Forschungsinstituts für Metrologie in Sankt Petersburg, verweist darauf, dass es wichtig wäre, festzustellen, mit welchen Mitteln Polonium transportiert wurde. Vitali Dowguscha, Direktor des Forschungsinstituts für Industrie- und maritime Medizin, stellt fest, dass die Menge, mit der Litwinenko getötet wurde, ausgereicht hätte, um hunderte von Menschen zu töten. Das Isotop sei für einen Berufskiller nicht angenehm, weil 80 Prozent des Stoffs den Körper gleich mit Urin verlassen, während das Opfer noch lange am Leben bleibt und "strahlt".

Laut einer in der zweiten Dezemberwoche vorgenommenen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentr meinten 20 Prozent der Befragten, hinter Litwinenkos Tod stehen seine ehemaligen Geschäftspartner. Nach Ansicht von 15 Prozent war der im Londoner Exil lebende Unternehmer Boris Beresowski am Mord beteiligt gewesen. Zehn Prozent sehen russische und acht Prozent westliche Geheimdienste dahinter. Weitere acht Prozent meinen, Litwinenko habe sich beim Transport radioaktiver Stoffe unabsichtlich damit vergiftet. Ein Viertel war überfragt. 13 Prozent haben nichts von diesem Fall gehört, berichtet die Internetzeitung "Gazeta.Ru". [ RIA Novosti ]