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16-12-2006 Alexander Litvinenko
Iwanow spielt Litvinenkos Bedeutung herunter - "Für uns war er nichts"
Der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow hat versucht, die Bedeutung des vergifteten ehemaligen russischen Geheimdienstmitarbeiters Alexander Litvinenko herunterzuspielen. "Für uns war Litvinenko nichts", sagte Iwanow am Freitag vor Journalisten in Moskau. "Er war nie ein Spion." Litvinenko habe vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion in einer Polizeieinheit gearbeitet und Gefangene transportiert.

Als er eingestellt wurde, habe er "keine Ausbildung und nicht viel Verstand" besessen, sagte Iwanow. Der Geheimdienst FSB habe Litvinenko in Zeiten einer Personalkrise angeheuert. "Der FSB begann, Anfänger wie Litvinenko einzustellen, weil sie zu wenig Leute hatten."

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Fall Litvinenko: Polonium als Schmugglerware?


Alexander Litvinenko Tod in London – Analysen, Meinungen, Hintergründe, Informationen bei russland.RU


1998 sei Litvinenko vom Geheimdienst gefeuert worden, sagte der Verteidigungsminister, der früher selbst beim Sowjetgeheimdienst KGB war. Es seien juristische Verfahren gegen ihn eingeleitet worden. Dann habe er sich in die ukrainische Hauptstadt Kiew abgesetzt und sei dort in Kontakt mit dem russischen Geschäftsmann Boris Beresowksi gekommen.

Der Kreml-Kritiker Litvinenko war Ende November in London an einer Vergiftung mit dem hoch radioaktiven Stoff Polonium 210 gestorben. Die britische Polizei ermittelt in dem Fall, kommt mit ihren Gesprächen in Moskau jedoch nur schleppend voran. Zwei russische Kontaktmänner, die Litvinenko am 1. November, dem Tag seiner Erkrankung, getroffen hatten, werden von den Behörden abgeschirmt. Nach offiziellen Angaben sind sie ebenfalls mit Polonium verstrahlt. In den russischen Medien gibt es jedoch widersprüchliche Berichte über ihren Gesundheitszustand.