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16-12-2006 Alexander Litvinenko
Keine Spuren von Radioaktivität in Flugzeugen der Route Hamburg - Moskau gefunden
Die Verbraucherschutzbehörde hat bislang keine Spuren von Radioaktivität in den Flugzeugen gefunden, die zwischen Hamburg und Moskau verkehren, erklärte am Samstag der Oberste Amtsarzt Russlands, Gennadi Onischtschenko, gegenüber RIA Novosti. "Bis zum gestrigen Tag wurden zwei Flugzeuge untersucht. Aber wir haben nichts entdeckt", sagte der Leiter der Verbraucherschutzbehörde.

Zuvor hatte Onischtschenko am Donnerstag RIA Novosti mitgeteilt, dass Spezialisten seiner Behörde ein Flugzeug untersucht hätten, dass Ende November die Route Moskau - Hamburg geflogen sei und in dem der Geschäftsmann Dmitri Kowtun gesessen habe. Doch habe es keine Beanstandungen an dem Flugzeug gegeben, erklärte Onischtschenko.

Er teilte mit, dass seine Behörde in der nächsten Zeit mit der Untersuchung von etwa 40 Flugzeugen - sowohl einheimischen, als auch ausländischen - beginnen werde, die von den Moskauer Flughäfen Domodedowo und Scheremetjewo nach Hamburg geflogen sind.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat gegen Kowtun, der in London mit dem Ex-FSB-Offizier Alexander Litwinenko zusammentraf, ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf ungesetzlichen Umgang mit radioaktiven Materialien eingeleitet.

Litwinenko starb am 23. November in London. Spezialisten der britischen Gesundheitsbehörde entdeckten in seinem Körper Spuren des radioaktiven Elements Polonium-210.

An den Orten, an denen Kowtun sich in Hamburg aufhielt, insbesondere in der Wohnung seiner Ex-Frau, in der Kowtun vor seinem Abflug nach London und dem Treffen mit Litwinenko am 1. November übernachtete, wurden Spuren des Elements Polonium-210 gefunden.

Danach hat die Hamburger Polizei eigenen Angaben zufolge die russischen Behörden darüber verständigt, dass in den Aeroflot-Flugzeugen ebenfalls solche Spuren sein könnten. Kowtun ist nach Aussage der Polizei in einer Maschine dieser Fluggesellschaft geflogen.

Onischtschenko hatte zuvor mitgeteilt, dass ihm von einer Anfrage der deutschen Sicherheitsorgane, die Flugzeuge Aeroflots auf der Route Moskau - Hamburg zu überprüfen, nichts bekannt sei.

Die russische Generalstaatsanwaltschaft hatte bereits in den vergangenen Tagen mitgeteilt, dass bei Kowtun eine Erkrankung festgestellt worden sei, die mit der Vergiftung durch ein radioaktives Nuklid zusammenhänge. [ RIA Novosti ]