russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



18-12-2006 Alexander Litvinenko
Keine Produktion von Polonium am Moskauer Kurtschatow-Institut für Kernphysik
Die radioaktive Substanz Polonium-210, mit der der ehemalige FSB-Offizier Alexander Litwinenko vergiftet wurde, stamme sicherlich nicht aus dem Moskauer Kurtschatow-Institut für Kernphysik, sagte deren Vizepräsident Nikolai Ponomarjow-Stepnoj am Montag vor Journalisten.





Werbung


Seinen Worten nach eignen sich die Kernreaktoren des Instituts nicht für die Produktion von Polonium.

Laut Ponomarjow-Stepnoj verfügen neben Russland auch Deutschland, Großbritannien und Frankreich über die notwendige Technik zur Herstellung von Polonium-210. In seinem Institut werde radioaktives Material strengstens kontrolliert, jeder Vorgang müsse mit der Leitung abgestimmt werden, so dass ein Diebstahl nur unter Beteiligung sehr vieler Mitarbeiter möglich wäre, sagte Ponomarjow-Stepnoj. Ihm zufolge stellen die Kernreaktoren des Instituts in Moskau keine Gefahr für die Bevölkerung dar.

Am gleichen Tag teilte der stellvertretende Direktor des Kurtschatow-Instituts, Andrej Gagarinski, gegenüber Journalisten mit, dass von den zwölf Kernreaktoren des Instituts in Moskau gegenwärtig nur sechs in Betrieb seien. "In Kürze werden wir einen weiteren Reaktor stilllegen", sagte er.

Der 2000 nach Großbritannien geflüchtete Litwinenko starb am 23. November in einer Londoner Universitätsklinik. Experten wiesen in dessen Leiche Spuren der radioaktiven Substanz Polonium-210 nach. Weitere Strahlungsspuren wurden anschließend auch an den Orten entdeckt, die Litwinenko besucht hatte, darunter ein Restaurant und ein Hotel in London. Mit den Ermittlungen wurde eine Anti-Terror-Einheit von Scotland Yard und die russische Generalstaatsanwaltschaft beauftragt. [ RIA Novosti ]