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18-12-2006 Alexander Litvinenko
Fall Litwinenko: Scotland Yard erhält kaum Antworten in Moskau
Die britischen Ermittlungsbeamten haben in Moskau auf ihre Fragen zum Fall des ehemaligen FSB-Offiziers Alexander Litwinenko nicht alle Antworten bekommen, schreibt die "Times" in ihrer Internet-Website am Montag.

Wie das Blatt von den britischen Behörden erfuhr, hatten russische Offizielle bei den Vernehmungen der Unternehmer Dmitri Kowtun und Andrej Lugowoi, Zeugen im Fall Litwinenko, gewisse Fragen der Scotland-Yard-Ermittler abgelehnt.





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Dies sei nicht öffentlich bekannt gegeben worden, um eine Verschlechterung der diplomatischen Beziehungen zwischen Moskau und London zu verhindern.

RIA Novosti erhielt vorerst keinen Kommentar der Generalstaatsanwaltschaft zum Fall Litwinenko.

Wie der russische Generalstaatsanwalt Juri Tschaika zuvor erklärt hatte, werden die Vernehmungen zu dieser Strafsache von Mitarbeitern seiner Behörde vorgenommen, soweit sie auf russischem Territorium stattfinden. "Wir vernehmen und die Scotland-Yard-Vertreter dürfen bei der Vernehmung dabei sein", sagte er. Dies entspreche den internationalen Gepflogenheiten, hieß es.

Der britische Botschafter Tony Brenton dankte den russischen Generalstaatsanwalt am 11. Dezember für die rechtliche Hilfe bei der Ermittlung des Falls. Tschaika betonte seinerseits Russlands Interesse an einer objektiven und allseitigen Untersuchung.

Litwinenko, der 2000 nach Großbritannien geflüchtet war und im Oktober des Jahres einen britischen Pass erhalten hatte, starb am 23. November in einer Londoner Universitätsklinik. In seinem Körper wurden Spuren der radioaktiven Substanz Polonium-210 ermittelt. Polonium-Spuren wurden auch an mehreren Orten festgestellt, die Litwinenko besucht hatte sowie bei seinen Geschäftspartnern.

Nach Angaben der Zeitung beläuft sich der Marktpreis der Polonium-Menge, mit der Litwinenko vergiftet wurde, auf mehr als zehn Millionen Dollar. Die in seinem Körper entdeckte Menge übertraf die Todesdosis um das 10-fache.

Wie die "Times" schreibt, erfolgte die erste illegale Polonium-Lieferung nach Großbritannien in der ersten Oktoberhälfte dieses Jahres. Danach folgten zwei weitere Lieferungen. Die britische Polizei kann vorerst nicht erklären, so das Blatt, wozu die Schmuggler weitere Lieferungen riskierten, obwohl die zuvor gelieferte Dosis für einen Mord völlig ausreichte. [ RIA Novosti ]