russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



19-12-2006 Alexander Litvinenko
Fall Litwinenko: Zeuge bedauert Schweigeverpflichtung
Andrej Lugowoi, Zeuge im "Litwinenko-Fall", hat erklärt, dass er den Medien gern eine Menge erzählen würde.

"Aber ich kann nicht - ich habe eine Verpflichtung zur Geheimhaltung unterschrieben. Ich bedauere jetzt sogar, dass ich dies nicht früher erzählt habe, als die englischen Ermittler noch nicht angekommen waren.



Aber jetzt erscheinen sehr merkwürdige Informationen in der Presse, und ich muss schweigen", sagte Lugowoi in einem Interview mit der Tageszeitung "Iswestija".

Der frühere FSB-Mitarbeiter Alexander Litwinenko, der im Jahr 2000 nach Großbritannien überlief und im Oktober dieses Jahres einen britischen Pass erhielt, starb am 23. November in einem Londoner Universitätskrankenhaus. Spezialisten der britischen Gesundheitsbehörde entdeckten in seinem Körper Spuren des radioaktiven Elements Polonium-210.

Die Spuren wurden auch an den Plätzen gefunden, an denen sich Litwinenko aufhielt, vor allem im Restaurant und im Hotel im Zentrum Londons, aber auch bei seinen Geschäftsfreunden.

Der Geschäftsmann Andrej Lugowoi, der sich mit Litwinenko am 01. November in London traf, gilt als Zeuge in diesem Fall. Die britischen Fahnder, die den Tod Litwinenkos untersuchen, befragten Lugowoi in Moskau.

Verdächtigungen ihm gegenüber kommentierte Lugowoi damit, dass Litwinenko das erste Mal von einer Vergiftung am 11. oder 12. November sprach.

"Und kein Wort über mich. Ich habe ihn dann sofort angerufen. Und er sagte mir: Weißt Du was, ich wurde vergiftet. Und in den Zeitungen wurde damals geschrieben, dass ihn Scaramella (Italiener, der sich ebenfalls mit Litwinenko getroffen hatte) vergiftet hat. Ich hielt das alles für sehr merkwürdig und bot meine Hilfe an. Aber er lehnte ab und sagte: Ich werde wieder gesund und dann treffen wir uns. Wir hatten uns doch mit ihm verabredet, uns ein paar Wochen später in Spanien wieder zu treffen. Erst später, als Litwinenko schon auf der Intensivstation lag, tauchte von irgendwoher mein Name auf", sagte Lugowoi.

Über seine Beziehungen mit Litwinenko sagte Lugowoi, dass der ihm geholfen habe, Kontakte zu britischen Unternehmen herzustellen.

"Er (Litwinenko) war nur Vermittler. Er hat gleich gesagt: "Mich interessiert das alles nicht, gib mir einen Prozentsatz, wenn Du einen Vertrag abschließt", erklärte der russische Geschäftsmann. Seinen Angaben zufolge hatte Litwinenko finanzielle Probleme: "Er hat mir gesagt, dass ihm im Sommer der Lohn auf ein Drittel gekürzt wurde. Er hat sogar eine Summe genannt, 1500 Pfund Sterling. Und das in England, wo ein Hausmeister 2000 verdient", sagte Lugowoi. [ RIA Novosti ]