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20-12-2006 Alexander Litvinenko
Russland übergibt Litvinenko-Unterlagen an Scotland Yard
Im Fall des mit Polonium vergifteten Ex-Spions Alexander Litvinenko haben die russischen Behörden den in Moskau ermittelnden britischen Beamten alle Unterlagen zu den Zeugenbefragungen übergeben. Das Büro des Moskauer Generalstaatsanwalts teilte am Dienstag mit, die Beamten von Scotland Yard hätten Niederschriften von der gemeinsamen Befragung von sechs Zeugen durch Russen und Briten zwischen dem 5. und 18. Dezember erhalten.

Damit seien die gemeinsamen Untersuchungen beendet.

Beamte von Scotland Yard waren am 4. Dezember nach Moskau gereist. Ihnen war es nicht gestattet, ohne das Beisein von Beamten der russischen Staatsanwaltschaft Zeugen zu befragen. Unter anderem wurde der russische Ex-Spion Andrej Lugowoi verhört, der als Schlüsselfigur in der Affäre gilt.

Britische Botschaft schweigt über Scotland Yard-Ermittlungen in Russland

"In der Regel kommentiert Scotland Yard die laufenden Ermittlungsverfahren nicht. Wir können deshalb nicht sagen, wann die Ermittler Russland verlassen werden", teilte ein Botschaftssprecher der RIA Novosti mit. "Da die Ermittlungen nicht abgeschlossen sind, werden die Details nicht bekannt gegeben."

bei russland.RU
Fall Litvinenko: Polonium als Schmugglerware?


Alexander Litvinenko Tod in London – Analysen, Meinungen, Hintergründe, Informationen bei russland.RU


Ein Expertenteam von Scotland Yard weilt für die Ermittlungen zum Gifttod des ehemaligen FSB-Offiziers Alexander Litvinenko seit dem 04. Dezember in Russland. Die britische Zeitung "Times" berichtete auf ihrer Webseite am Montag, dass die Untersuchungsbeamten auf ihre Fragen zum Fall nicht alle Antworten bekommen hätten.

Wie das Blatt aus britischen Geheimdienstkreisen erfahren haben will, haben sich die russischen Offiziellen bei den Verhören in Moskau geweigert, den beiden Zeugen, den Unternehmern Dmitri Kowtun und Andrej Lugowoi, die Fragen zu stellen, auf die die Untersuchungsbeamten Antworten haben wollten.

Wie ein Geheimdienstsprecher mitteilte, sei jedoch darauf verzichtet worden, damit an die Öffentlichkeit zu gehen, um eine Verschlechterung der diplomatischen Beziehungen zwischen Moskau und London zu vermeiden.

Zuvor hatte der russische Generalstaatsanwalt Juri Tschaika erklärt, dass die Vernehmungen zu dieser Strafsache von Mitarbeitern seiner Behörde vorgenommen werden, soweit sie auf russischem Territorium stattfinden. "Wir vernehmen und die Scotland-Yard-Vertreter dürfen bei der Vernehmung dabei sein", sagte er. Dies entspreche den internationalen Gepflogenheiten, hieß es.

Der britische Botschafter Tony Brenton dankte dem russischen Generalstaatsanwalt am 11. Dezember für die Ermittlungshilfe. Tschaika betonte seinerseits Russlands Interesse an einer objektiven und allseitigen Untersuchung.

Neue Polonium-Spuren in London entdeckt

Spuren von Polonium-210 sind kürzlich bei drei weiteren Mitarbeitern der Londoner Hotels "Millenium" und "Sheraton" entdeckt worden.

Das erfuhr RIA Novosti am Dienstag von der britischen Gesundheitsbehörde.

Der ehemalige FSB-Agent Litvinenko hatte sich am 1. November in einer Londoner Hotelbar mit drei Russen getroffen, darunter Lugowoi und der Ex-Spion Dimitri Kowtun. Anschließend zeigte Litvinenko erste Symptome einer Vergiftung mit Polonium 210. Er starb am 23. November in London. Sowohl Kowtun als auch Lugowoi sollen Medienberichten zufolge mit Polonium verstrahlt sein.