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20-12-2006 Alexander Litvinenko
SWR-Chef über Litwinenko und Geheimdienste
Der Direktor der russischen Auslandsaufklärung (SWR) Sergej Lebedjew hat die Behauptungen, dass russische Geheimdienste am Mord Litwinenkos beteiligt seien, "vollkommenen Blödsinn" genannt. "Weder hatte er irgendeine Beziehung zum SWR, noch wir eine Beziehung zu ihm. Darum sind alle Gerüchte, dass ihn der Spionagedienst in den Westen geschickt habe oder umgekehrt, ihn ins Jenseits befördert habe, vollkommener Blödsinn",

sagte Lebedjew im Interview mit der Tageszeitung "Komsomolskaja Prawda", das am Mittwoch veröffentlicht wurde.

"Es gibt Grund zur Annahme, dass Litwinenko getötet wurde, um eine politische Provokation gegen Russland zu starten. In London lebt einer der Figuranten in dieser Sache, der Gerüchten zufolge vor kurzem gesagt haben soll: "Mein Ziel ist die Diskreditierung der jetzigen Führung und des Präsidenten persönlich und ich erreiche dieses Ziel", sagte Lebedjew.

"Der Auslandsgeheimdienst beschäftigt sich nicht mit solchen "schmutzigen Sachen", erklärte er. Seinen Angaben zufolge wurden alle Einheiten, in denen "Dolche" benutzt wurden, bereits in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts aufgelöst.

Auf die Aufgaben des SWR angesprochen, sagte Lebedjew: "Wir arbeiten nicht gegen konkrete Länder. Unsere Aufgabe ist es, rechtzeitig eine äußere Bedrohung Russlands aufzudecken und zu neutralisieren. Und von wem diese Bedrohung ausgeht, das ist schon eine andere Frage."

Seinen Worten nach ist Russland inzwischen von einer Konfrontationsstrategie abgegangen, "aber das bedeutet nicht, dass uns nur Freunde und Gleichgesinnte umgeben."

"Der Wettkampf um die Durchsetzung eigener Interessen ist nicht weniger scharf geworden", ergänzte er.

Heutzutage sei der Kampf gegen den internationalen Terrorismus und die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen in den Vordergrund gerückt, betonte der Direktor des russischen Auslandsaufklärungsdienstes.

Auf die Frage, ob der SWR über Informationen darüber verfüge, ob Nordkorea im Besitz einer Atombombe sei, bestätigte Lebedjew, dass Pjöngjang einen atomaren Sprengsatz geringer Kapazität getestet habe.

"Aber unserer Einschätzung nach braucht Nordkorea zur Produktion von Atombomben, die auch einsatzfähig sind, noch eine ganze Weile und enorme materielle Aufwendungen", sagte der SWR-Direktor. Er unterstrich aber die Notwendigkeit, Nordkorea von weiteren Atomtests abzuhalten.

Das iranische Atomprogramm bewertete Lebedjew folgendermaßen: " Iran hat keine Atomwaffen und stellt derzeit keine Gefahr für Russland dar."

"Wir haben auch keine überzeugenden Beweise dafür, dass die Iraner an einem militärischen Atomprogramm arbeiten", ergänzte er. [ RIA Novosti ]