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21-12-2006 Alexander Litvinenko
Russland: Kein Polonium aus Atomanlagen verschwunden - Obduktionsergebnisse von Litwinenko bleiben noch Verschlusssache
Ein russischer Regierungsvertreter hat ausgeschlossen, dass das bei der Vergiftung des Ex-Spions Alexander Litvinenko eingesetzte Polonium aus Staatsbeständen stammte. Überprüfungen in den russischen Atomanlagen hätten ergeben, dass "jedes Verschwinden von Polonium ausgeschlossen ist", sagte der Chef der Behörde Rosnechnadsor, Konstantin Pulikowski, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Interfax.



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Rosnechnadsor ist für die Kontrolle der russischen Nukleareinrichtungen zuständig.

Zeuge Kowtun zeigt sich zufrieden mit den Ermittlungen zum Giftattentat

Der russische Unternehmer Dmitri Kowtun, der im Fall Litwinenko als Zeuge auftritt, ist mit den Ermittlungen zu dem auf ihn verübten Attentat zufrieden.

Das sagte Kowtun am Mittwoch im Gespräch mit RIA Novosti.

Kowtun und sein Geschäftspartner Andrej Lugowoi werden zur Zeit in einem Moskauer Krankenhaus behandelt. Beide haben sich mit dem ehemaligen FSB-Offizier Litwinenko kurz vor dessen Tod in London getroffen. Litwinenko starb nach vorläufigen Angaben an einer Vergiftung mit der radioaktiven Substanz Polonium-210.

Die russische Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wegen eines mutmaßlichen Attentats auf Kowtun. Ihren Angaben nach wurde beim Unternehmer eine Krankheit nachgewiesen, die ebenfalls auf eine Vergiftung mit einer radioaktiven Substanz schließen lasse. Der Russe selbst vermutet, dass er sich bei einem Treffen mit Litwinenko kurz vor dessen Tod mit Polonium "verschmutzt" hätte können. "Mein Gesundheitszustand ist relativ stabil", sagte er.

Doch die Polizei der Stadt Hamburg verdächtigt Kowtun des illegalen Umgangs mit radioaktiven Stoffen, weil in der Wohnung seiner Ex-Frau und an mehreren anderen Orten, die er nach seinem Flug aus Moskau am 28. Oktober besuchte, Spuren von Polonium-210 entdeckt wurden.

Obduktionsergebnisse von Litwinenko bleiben noch Verschlusssache

Die Ergebnisse der Obduktion der Leiche vom ehemaligen FSB-Offizier Alexander Litwinenko werden nicht veröffentlicht, solange alle Verfahren in der gerichtsmedizinischen Untersuchung nicht abgeschlossen sind.

Das wurde RIA Novosti vom Coroner Gericht des Londoner Distrikts Saint Pancras mitgeteilt.

"Dafür sind keine zeitlichen Grenzen festgelegt worden", sagte ein Mitarbeiter des Gerichts.

Er fügte hinzu, bis zu Weihnachten würden keine Informationen über die Obduktion und keine Schlussfolgerungen der Gerichtsmediziner zu den Todesursachen von Litwinenko bekannt gegeben.

Der frühere russische Spion und Kritiker von Präsident Wladimir Putin, Litvinenko, war am 23. November nach einer Polonium-Vergiftung in London gestorben. Er hatte auf dem Totenbett Putin für seine Vergiftung verantwortlich gemacht. Die russische Regierung wies den Vorwurf zurück.