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20-01-2007 Alexander Litvinenko
Beresowski unter bestimmten Umständen zu Treffen mit russischen Ermittlern bereit
Der flüchtige russische Unternehmer Boris Beresowski ist bereit, sich in London mit russischen Ermittlern im Fall Litwinenko zu treffen und zu reden, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. "Ich bin bereit, mit diesen russischen Ermittlern zu reden, wenn das Scotland Yard bei der Untersuchung hilft", erklärte Beresowski.

"Ich bin bereit, auf alle Fragen zu antworten, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind: Erstens, als Treffpunkt muss die russische Botschaft in Großbritannien ausgeschlossen werden. Zweitens, die russischen Ermittler werden vor dem Treffen auf Waffen- und Giftbesitz überprüft", fügte er hinzu.

Beresowski erklärte, dass er diese Bedingungen stelle, da er von russischer Seite einen Anschlag auf sein Leben befürchte.

Am Dienstag hatte Russlands Generalstaatsanwalt Juri Tschaika erklärt, dass russische Fahnder planen, im Rahmen des "Litwinenko-Falls" in Großbritannien eine Reihe von Personen zu befragen, darunter auch Beresowski. "Wir wollen ihn nur wegen des "Litwinenko-Falls" befragen", stellte Tschaika klar.

Zuvor hatte eine Brigade britischer Agenten Russland besucht, um den Mord an dem EX-FSB-Offizier aufzuklären.

In Russland sieht sich Beresowski einer Reihe von Anschuldigungen gegenüber, die nicht mit dem "Fall Litwinenko" zusammenhängen. So wird er des illegalen Unternehmertums, der Geldwäsche und einer Reihe von anderen Verbrechen beschuldigt. Ende 2002 schickte die russische Generalstaatsanwaltschaft einen offiziellen Auslieferungsantrag an Großbritannien. Dieser wurde allerdings 2003 von einem Londoner Gericht abgelehnt.

Litwinenko, der im Jahr 2000 nach Großbritannien geflohen war und im Oktober 2006 die britische Staatsbürgerschaft erhalten hatte, starb am 23. November vergangenen Jahres in London. In seinem Körper wurde eine große Menge des radioaktiven Elements Polonium-210 gefunden.

Den Todesfall Litwinenko untersucht die Anti-Terror-Einheit von Scotland Yard. Eine Ermittlergruppe von Scotland Yard war vom 4. - 20. Dezember in Russland. In dieser Zeit wurden unter anderem die russischen Geschäftsleute Andrej Lugowoi und Dmitri Kowtun befragt, die sich mit Litwinenko in London kurz vor dessen Tod getroffen hatten.

Auch die russische Generalstaatsanwaltschaft eröffnete am 7. Dezember ein Strafverfahren wegen des Mordes an Alexander Litwinenko und des Mordversuchs gegen Dmitri Kowtun. [ RIA Novosti  / russland.RU ]