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22-01-2007 Alexander Litvinenko
"Wladislaw" soll Polonium in Litvinenkos Tee geträufelt haben
Im mysteriösen Fall des im November in London vergifteten russischen Ex-Spions Alexander Litvinenko ist Scotland Yard laut einem Zeitungsbericht ein Durchbruch gelungen: Der mutmaßliche Mörder sei mit Hilfe von Videoaufnahmen aus Kameras am Flughafen London-Heathrow identifiziert worden, zitierte die "Times" am Samstag Litvinenkos Freund Oleg Gordiewski.





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Der mutmaßliche Täter habe sich als "Wladimir" vorgestellt und Litvinenko die tödliche Dosis des radioaktiven Polonium 210 bei einem Treffen in einem Hotelzimmer des Londoner Millenium-Hotels in den Tee geträufelt. Scotland Yard wollte den Bericht der Zeitung auf Anfrage nicht kommentieren.

Laut dem Blatt wusste die Polizei bislang nichts von der Zusammenkunft im vierten Stock des Hotels, an dem auch der russische Geschäftsmann Dimitri Kowtun und der russische Ex-Agent Andrei Lugowoi teilgenommen hätten. "Wladislaw" sei als jemand vorgestellt worden, der Litvinenko dabei helfen könne einen lukrativen Vertrag mit einer privaten Sicherheitsgesellschaft in Moskau zu bekommen, sagte Gordiewski der Zeitung. Die Polizei sei "Wladislaw" mit Hilfe von Aussagen auf die Spur gekommen, die Litvinenko auf dem Sterbebett gemacht habe. So habe sich Litvinenko noch daran erinnert, dass es "Wladislaw" gewesen sei, der den Tee zubereitet habe.

"Wladislaw" wurde laut Zeitung auf dem Video einer Überwachungskamera am Flughafen London-Heathrow aufgenommen, als er am 1. November aus Hamburg eingetroffen sei. An diesem Tag zeigten sich bei Litvinenko die ersten Anzeichen für die Vergiftung. "Wladislaw" sei ein großer, stattlicher Mann von etwa 30 Jahren mit kurz geschnittenen, schwarzen Haaren und Gesichtszügen eines Asiaten. Die Polizei habe sich dagegen entschieden, ein Foto des mutmaßlichen Täters zu veröffentlichen. Dieser sei mit einem gefälschten EU-Reisepass nach Großbritannien eingereist. "Dieser Mann soll einen litauischen oder einen slowakischen Pass benutzt haben", sagte Gordiewski.

"Wladislaw" habe sich mit dem im Pass stehenden Namen aber in keinem Londoner Hotel angemeldet und Großbritannien mit einem anderen EU-Pass wieder verlassen.

Litvinenko war Anfang November mit dem radioaktiven Stoff vergiftet worden und drei Wochen später im Krankenhaus gestorben. Der Kreml-Kritiker hatte den russischen Präsidenten Wladimir Putin für seine Vergiftung verantwortlich gemacht. [afp / russland.RU ]