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19-11-2006 Alexander Litvinenko
Mord an Politkowskaja - Krimi um Ex-Spion aus Russland
Die britische Polizei hat Ermittlungen wegen versuchten Mordes an einem früheren russischen Spion aufgenommen, der wiederum den Mord an der Journalistin Anna Politkowskaja aufklären wollte.







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Alexander Litwinenko, ein früherer Oberstleutnant des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB und Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin, sei nach einem Treffen mit einem Informanten in einer Londoner Sushi-Bar vergiftet worden, berichtete die britische Zeitung "Mail on Sunday". "Litwinenko hat keinen Zweifel, dass er auf Betreiben der russischen Regierung vergiftet worden ist", zitierte der "Sunday Telegraph" einen engen Freund des Mannes. Litwinenko bekam 2001 politisches Asyl in Großbritannien.

In dem Restaurant habe Litwinenko von einem Italiener namens Mario Dokumente vorgelegt bekommen, die belegen sollten, dass Politkowskaja von vier FSB-Mitgliedern ermordet sein soll, berichtete der "Sunday Telegraph". Zwei Tage nach dem Treffen in der Bar sei Litwinenko krank geworden. Nach Angaben des University College Hospital in London ist er in einem "ernsthaften, aber stabilen Zustand". Die "Mail on Sunday" berichtete, der Ex-Spion habe nur eine 50-prozentige Überlebenschance. Er sei vermutlich mit Thallium vergiftet worden. Wer ihm das Gift verabreicht haben soll, ist bisher unklar.

Politkowskaja, die als eine der letzten Journalisten in Russland über Menschenrechtsverstöße in Tschetschenien berichtet und Putin offen kritisiert hatte, war Anfang Oktober in ihrem Haus in Moskau erschossen worden.