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22-01-2007 Alexander Litvinenko
Fall-Litwinenko: Russen glauben nicht an Scotland Yard
Die meisten Russen (60 Prozent) glauben nicht daran, dass Scotland Yard in der Lage ist, den Fall Litwinenko aufzuklären und die Täter zu finden. Dies ergab eine Studie des Moskauer Meinungsforschungsinstituts WZIOM. Den Angaben zufolge glauben lediglich 17 Prozent der Russen, dass der Mord an Litwinenko jemals aufgeklärt wird.

36 Prozent der Befragten sehen den Mord an dem Ex-FSB-Offizier als eine politische Provokation gegen die russische Staatsführung an. Nach Ansicht von 17 Prozent hat diese Affäre nichts mit Politik zu tun, sondern sie hat einen ausschließlich kriminellen Hintergrund. Immerhin gaben zehn Prozent der Befragten an, sie vermuten hinter dem Mord russische Geheimdienste. Knapp zwei Drittel der Interviewten (64 Prozent) glauben nicht, dass der Fall Litwinenko die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen belasten wird. Zehn Prozent sind gegenteiliger Meinung.

Im Rahmen der Studie wurden am 13. und 14. Januar dieses Jahres 1600 Personen in 153 Siedlungen von 46 russischen Regionen befragt. Der statistische Fehler lag dabei unter 3,4 Prozent.

Der frühere FSB-Offizier Alexander Litwinenko, der 2000 nach Großbritannien geflüchtet war und vergangenes Jahr britischer Staatsbürger wurde, starb am 23. November 2006 in einer Londoner Universitätsklinik. In seinem Körper wurden Spuren der radioaktiven Substanz Polonium-210 festgestellt. Später wurden Polonium-Spuren auch an mehreren Orten in London entdeckt, die Litwinenko besucht hatte. Mit den Ermittlungen wurde die Antiterror-Abteilung von Scotland Yard beauftragt. [ RIA Novosti  / russland.RU ]