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05-02-2007 Alexander Litvinenko
Litwinenko: Britischer Kronanwalt zur politischen Entsorgung eingeschaltet
Der britische Kronanwalt Lord Goldsmith dürfte sich in die Ermittlungen zum Mordfall des ehemaligen FSB-Offiziers Alexander Litwinenko einschalten, berichtete die Londoner Financial Times am Montag. Die mit dem Fall betrauten Staatsanwälte wollen sich wegen der zu erwartenden juristischen Schwierigkeiten und der sensiblen politischen Aspekte mit Lord Goldsmith und seiner Behörde konsultieren, schreibt das Blatt.

In diesem Zusammenhang verweist die Zeitung darauf, dass der Fall für den Kronanwalt „einem politischen Minenfeld“ gleichkommt, denn er habe sich schon in anderen diffizilen Fällen der letzten Zeit einer Kritik ausgesetzt. Sein Name sei insbesondere im Zusammenhang mit dem Skandal um den Kauf von Adelstiteln und der Ermittlungen bei den zweifelhaften Waffenlieferungen aus Großbritannien nach Saudi-Arabien genannt worden.

Die britischen Rechtsschutzorgane hatten gestern noch einmal ihre Positionen klargestellt und erklärt, sie hätten noch keine Entscheidung in Bezug auf das russische Ermittlungsgesuch getroffen. Die Moskauer Generalstaatsanwaltschaft hatte die Entsendung von Ermittlern im Mordfall Alexander Litwinenko nach London beantragt. In der Anfrage waren laut russischen und britischen Medien unter anderen die Zeugen benannt worden, mit denen die russischen Ermittler zusammentreffen wollen. Darunter figurieren der Unternehmer Boris Beresowski und der Emissär der tschetschenischen Separatisten, Achmed Sakajew, mit denen der ehemalige FSB-Mann in London Kontakt unterhalten hat.

Das britische Innenministerium hat den Eingang des Ersuchens bestätigt, doch darauf hingewiesen, dass es noch bearbeitet werde. „Der Innenminister hat einer konkreten Anfrage der russischen Behörden noch keine Zustimmung gegeben. Der Minister hat nur ein allgemeines Amtshilfeersuchen befürwortet und es seinen entsprechenden Polizeidienststellen zugeleitet, die eigenständig über die Zweckmäßigkeit und eventuelle Formen der Unterstützung zu entscheiden haben“, hatte die Amtssprecherin am Sonntag Journalisten gegenüber geäußert.

In der Pressestelle von Scotland Yard hieß es, „das Ersuchen um gegenseitige Rechtshilfe wird geprüft, sobald es eingegangen“. Konkrete Termine wollte die Sprecherin jedoch nicht nennen.

Der im Jahr 2000 nach Großbritannien geflüchtete Alexander Litwinenko ist am 23. November 2006 im Alter von 44 Jahren in London verstorben. Nach seinem Tod sind in seinem Körper große Mengen des radioaktiven Elements Plutonium-210 gefunden worden.

Zur Todesursache ermittelte die Anti-Terror-Einheit von Scotland Yard mehr als zwei Monate lang. Die Ermittler suchten in diesem Zusammenhang auch Moskau auf, wo sie auch mit den Unternehmern Andrej Lugowoi und Dmitri Kowtun gesprochen haben. Die Beiden sind von den britischen Medien in der jüngsten Zeit als Hauptverdächtige bezeichnet worden.

Am 31. Januar hat die Londoner Polizei die Akten des Mordfalles an die Königliche Staatsanwaltschaft weitergegeben. Vor einer endgültigen Entscheidung über die weitere Verfahrensweise und die Erhebung einer Anklage überprüft sie die Beweislage. [ RIA Novosti  / russland.RU ]