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20-04-2005 Alexander Litvinenko
Aussagen eines Ex-Oberst des FSB zum Abhören von Kutschmas Arbeitszimmer
Der frühere Oberst des russischen Inlandgeheimdienstes, Alexander Litwinenko, äußerte sich gegenüber dem Ermittler der ukrainischen Generalstaatsanwaltschaft, Roman Schubin, zu der Affäre um das Abhören des Arbeitszimmers des Ex-Präsidenten der Ukraine, Leonid Kutschma.

Er gab dem Fernsehsender 1 + 1 ein Telefon-Interview, meldet die Agentur „Nowosti-Ukraina".

Litwinenko sagte, er habe bestätigt, dass der ehemalige Major des Staatsschutzes, Melnitschenko, und vier seiner Leute das Kabinett abgehört haben.

„Was die Personen betrifft, die die Abhöroperation inszenierten, so geht aus Melnitschenkos Worten hervor, dass das Herr Martschuk war. Das kann ich bestätigen. Ich bin bereit, mich einem ukrainischen Gericht zu stellen und auszusagen, bin zu einer Gegenüberstellung mit Melnitschenko bereit", so Litwinenko.

Er sagte des Weiteren, er habe sich freiwillig mit dem Ermittler getroffen, da Melnitschenko selbst Aussagen verweigert.

Litwinenko unterstrich abermals, dass er aus Gründen der Sicherheit zur Zeugenaussage nicht in die Ukraine gefahren ist. „Meinem Leben droht seit langem reale Gefahr", erklärte der Ex-Geheimdienstler. Er bekräftigte außerdem, dass er „im Zusammenhang mit Verbrechen in Russland über Informationen verfügt, und es natürlich Leute gibt, die mich gern tot sähen".

Die Vernehmung Litwinenkos erfolgte in London und dauerte bei Unterbrechungen einen ganzen Tag.

Litwinenko hatte Russland im Jahre 2000 illegal verlassen, nachdem binnen eines Jahres gegen ihn drei Strafverfahren eingeleitet worden waren. Gegenwärtig lebt er mit seiner Familie in Großbritannien, wo er im Mai 2001 politisches Asyl bekommen hat. Alexander Litwinenko gilt als einer der engsten Vertrauten des russischen Geschäftsmannes, Boris Beresowski.

Jewgeni Martschuk bekleidete in den Jahren 1999 - 2003 das Amt des Sekretärs des Rates für Nationale Sicherheit und Verteidigung der Ukraine. Vom Juni 2003 - September 2004 war er Verteidigungsminister. In der Vergangenheit hatte Martschuk immer kategorisch dementiert, dass er der Drahtzieher der Abhöroperation gegen Präsident Leonid Kutschma gewesen sei. (RIA)