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06-02-2007 Alexander Litvinenko
Präsentation von Litwinenkos und Felschtinskis Buch abgesagt
Die Präsentation der englischen Ausgabe des Buchs „FSB sprengt Russland“ (Blowing up Russia: Terror from within) in London ist einige Stunden vor der geplanten Anfangszeit abgesagt worden. „Leider musste das heutige Treffen mit Juri Felschtinski (dem Verfasser des Buches) aus Sicherheitsgründen abgesagt werden. Wir fürchten um Herr Felschtinskis Leben“, sagte ein Vertreter des britischen Verbandes der Auslandspresse, wo die Buchpräsentation und eine Pressekonferenz des Autors stattfinden sollte, gegenüber RIA Novosti.



Zuvor hatte der in den USA lebende Felschtinski seine Ankunft in London und die Buchpräsentation „aus Sicherheitsgründen“ verschoben. Im Januar hatte er den Verlegern in einer E-Mail mitgeteilt, dass ihm Mitarbeiter des amerikanischen Geheimdienstes FBI empfohlen hätten, auf die Reise in die britische Hauptstadt zu verzichten.

Das Buch „Blowing up Russia: Terror from within“ erschien in diesem Januar. Der ehemalige FSB-Offizier Alexander Litwinenko, der in London starb, hatte an diesem Buch mitgeschrieben.

Zum ersten Mal wurde das Buch auf Kosten der Autoren in den USA veröffentlicht.

Die britische Wochenzeitung „Observer“ schrieb in einer Rezension, dass „Blowing up Russia“ das ideale Geschenk für einen Hobbydetektiv sei.

Das Buch handelt von den terroristischen Sprengstoffanschlägen auf Wohnhäuser in Moskau, Buinaksk und Wolgodonsk.

„Doch jemand, der hier Licht oder den Schlüssel zu den Fällen finden will, bleibt enttäuscht“, hieß es in der Rezension.

Der Rezensent meint, dass das Buch nicht überzeugend sei. Die Verfasser, Litwinenko und Felschtinski, sagen, dass sie ihre Quellen nicht nennen können, weisen aber im Vorwort hin: „Wir wollen den Lesern beteuern, dass das Buch keine gefälschten Tatsachen und unbewiesenen Behauptungen enthält.“

„Weil das Buch nicht transparent ist, ist es schwierig, es anders als nur als eine Verschwörungstheorie zu betrachten“, schreibt der Rezensent. „Das Buch breitet den Rahmen um den Mordfall Litwinenko aus: Er hatte viele unangenehme Zeitgenossen auf seinem Weg getroffen. Das mag eine gute Nachricht für Hollywood sein, wirkt aber viel weniger ermunternd auf einen, der die Wahrheit über seinen Tod wissen will“, heißt es im Observer.

Alexander Litwinenko war ein ehemaliger Offizier des russischen Sicherheitsdienstes FSB, der 2000 nach Großbritannien floh und im Oktober 2006 den britischen Pass erhielt. Er starb am 23. November 2006 in London. Britische und russische Ermittler klären gegenwärtig die Umstände seines Todes auf. [ RIA Novosti  / russland.RU ]