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30-03-2007 Alexander Litvinenko
Fall Litwinenko: Beresowski sagt vor russischen Ermittlern aus
Der in London lebende russische Geschäftsmann Boris Beresowski wird am Freitag von einem Vertreter der russischen Generalstaatsanwaltschaft zum "Fall Litwinenko" vernommen. Wie Beresowski am Donnerstagabend in einem RIA-Novosti-Gespräch mitteilte, "stehen der Ort und der Zeitpunkt des Treffens bislang nicht fest".

"Bei dem Treffen wird ein Ermittlungsbeamter der Generalstaatsanwaltschaft anwesend sein, während Scotland-Yard-Mitarbeiter Fragen stellen, die von der Generalstaatsanwaltschaft formuliert werden", fügte er hinzu.

Zum Treffen wird auch Achmed Sakajew, Emissär tschetschenischer Separatisten, kommen, der 2003 Asyl in Großbritannien bekommen hat. "Mir ist bekannt, dass von den mehr als 100 Personen, mit denen die Generalstaatsanwaltschaft sprechen wollte, nur drei zugestimmt haben: Sakajew, ich und irgendein Dritter, den ich nicht kenne", so der Unternehmer.

Nach seinen Worten hat Scotland Yard alle von ihm gestellten Forderungen erfüllt. "Das Treffen wird nicht in der russischen Botschaft stattfinden, die Ermittlungsbeamten werden zunächst kontrolliert, ob sie Gift oder Waffen bei sich haben, und das Treffen wird einen transparenten Charakter haben. Alles, was wir sagen werden, wird auf Video aufgenommen, und eine Kopie dieser Kassette wird nach Abschluss des Treffens mir übergeben."

"Der einzige Grund, warum ich zu diesem Treffen gehe - die Generalstaatsanwaltschaft soll keine Argumente bekommen, um Scotland-Yard-Beamte daran zu hindern, nach Moskau zu kommen und dort Zeugen und Verdächtige bei der Ermittlung des Mordes an meinem Freund zu vernehmen", erklärte Beresowski.

Eine Gruppe von Mitarbeitern der russischen Generalstaatsanwaltschaft unter Leitung des stellvertretenden Generalstaatsanwalts Alexander Swjaginzew war am 26. März in London eingetroffen.

Wie ein Scotland-Yard-Sprecher unsere Nachrichtenagentur mitteilte, trafen sie am Donnerstag mit britischen Ermittlern zusammen, die die Todesumstände von Alexander Litwinenko klären".

Der 43-jährige ehemalige FSB-Offizier Litwinenko, der 2000 nach Großbritannien geflüchtet war, starb am 23. November 2006. In seinem Körper wurden beträchtliche Mengen der radioaktiven Substanz Polonium-210 entdeckt.

Im Zuge der Ermittlungen kamen Scotland-Yard-Detektive, die den Fall als einen Mord ansehen, nach Moskau und sprachen mit mehreren Zeugen.

Am 31. Januar übergab die Londoner Polizei den Fall an den britischen Staatsanwalt. [ RIA Novosti  / russland.RU ]