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02-05-2007 Alexander Litvinenko
Beresowski verdächtigt Lugowoi als Drahtzieher zum Mord an Litwinenko
Die Tageszeitung „Kommersant“ veröffentlicht am Mittwoch das Protokoll zur Vernehmung des politischen Flüchtlings Boris Beresowski durch die russische Generalstaatsanwaltschaft, die vor einem Monat in London stattgefunden hat. Das Gespräch galt den Ermittlungen des Mordes am Ex-FSB-Offizier Alexander Litwinenko. Darin äußerte Beresowski die Vermutung, dass Litwinenkos FSB-Kollege Andrej Lugowoi hinter diesem Mord stehen könnte.

Vor seinem Rücktritt 1996 hatte der ehemalige FSB-Major Lugowoi ranghohe Staatsbeamte beschützt, unter anderen den amtierenden Premier Jegor Gaidar, den Chef der Präsidentenadministration, Sergej Filatow, und Außenminister Andrej Kosyrew. Außerdem gehörte Lugowoi zu der Gruppe, die den damaligen Vizesekretär des nationalen Sicherheitsrats, Boris Beresowski, beschützte, die ihn mindestens einmal bei dessen Verhandlungen mit tschetschenischen Separatisten begleitete.

Nach seiner Pensionierung leitete Lugowoi den Sicherheitsdienst des Fernsehsenders ORT, der damals Beresowski gehörte, bis er später selbständiger Unternehmer wurde.

Wie Beresowski gegenüber dem Vertreter der Generalstaatsanwaltschaft erklärte, „zieht sich die Polonium-Spur hinter Lugowoi durch ganz Europa und verläuft sogar durch mein Büro“. Sein Verdacht hatte sich erhärtet, als sich Lugowoi weigerte, nach London zu kommen und sich von Scotland Yard vernehmen zu lassen, obgleich ihm Beresowski versprochen hatte, die besten Anwälte zu bezahlen.

In seiner Stellungnahme dazu sagte Lugowoi: „Herr Beresowski hat nichts Neues gesagt, dies ist nur eine Wiederholung seiner früheren Behauptungen. Er hat erneut seine persönliche Auslegung der Geschehnisse präsentiert, und ich will das einfach nicht schon wieder kommentieren.“

Wie aus dem Stenogramm der Vernehmung hervorgeht, hat sich die Generalstaatsanwaltschaft nicht ausschließlich für die Umstände der Vergiftung von Litwinenko mit Polonium-210 interessiert, sondern auch Angaben über geschäftliche Aktivitäten von Beresowski und dessen Verwandten wie auch dessen Kontakte mit Yukos-Großaktionär Leonid Newslin und der ehemaligen Kreml-Journalistin Jelena Tregubowa, die jetzt ebenfalls um politisches Asyl in Großbritannien gebeten hat, haben wollen. [ RIA Novosti ]