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25-05-2007 Alexander Litvinenko
Moskau lehnt Auslieferung des mutmaßlichen Litvinenko-Mörders ab
Im Fall des in London ermordeten russischen Ex-Agenten Alexander Litvinenko hat Moskau erneut die Auslieferung des mutmaßlichen Täters an Großbritannien abgelehnt. Russland werde den mutmaßlichen Mörder, Ex-Spion Andrej Lugowoj, im eigenen Land vor Gericht bringen, wenn die britischen Behörden ausreichende Beweise für seine Schuld lieferten, zitierten russische Nachrichtenagenturen am Freitag Generalstaatsanwalt Juri Tschaika.

Nach russischen Angaben dürfen Bürger des Landes laut Verfassung nicht ausgeliefert werden, um sie im Ausland vor Gericht zu stellen.

Der britische Generalstaatsanwalt Lord Peter Goldsmith forderte indes die Auslieferung Lugowojs und erklärte, Großbritannien werde in Kürze ein entsprechendes Gesuch vorlegen. Litvinenko, ein britischer Staatsbürger, sei auf britischem Boden ermordet worden, und auch alle Beweise befänden sich in Großbritannien. "Deshalb ist es richtig, dass der Verdächtige vor ein britisches Gericht gestellt werden sollte". Goldsmith und Tschaika hatten sich am Rande des G-8-Justizminister-Treffens in München beraten.

Der 43-Jährige Kreml-Kritiker Litvinenko lebte in Großbritannien, wo ihm politisches Asyl zuerkannt worden war. Ende November war er nach wochenlangem Leiden an einer Vergiftung mit der radioaktiven Substand Polonium 210 gestorben. In einem kurz vor seinem Tod verfassten Brief beschuldigt er den russischen Präsidenten Wladimir Putin, Drahtzieher des Mordanschlags zu sein.

Lugowoj, der sich kurz vor Litvinenkos Erkrankung mit ihm getroffen hatte, geriet schnell ins Visier der Ermittler.