russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



28-05-2007 Alexander Litvinenko
Auslieferungsgesuch Lugowoj angekommen - Russland will eigenen Prozess
Rund ein halbes Jahr nach dem Mord am früheren russischen Agenten Alexander Litvinenko ist der russischen Justiz das Auslieferungsgesuch aus Großbritannien für den Hauptverdächtigen zugegangen. Russland habe am Montag Unterlagen erhalten, die mit der Auslieferung des ehemaligen KGB-Spions Andrej Lugowoj zu tun hätten, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Moskau.

Die britische Justiz hatte Lugowoj als mutmaßlichen Täter ausgemacht und einen Auslieferungsantrag angekündigt. Russland lehnt es bislang ab, Lugowoj auszuliefern und hatte erst am Freitag erklärt, es werde den früheren Agenten selbst vor Gericht bringen, wenn Großbritannien ausreichende Beweise für seine Schuld vorlege.

Der britische Generalstaatsanwalt Peter Goldsmith hatte dagegen erklärt, Litvinenko - der die britische Staatsbürgerschaft hatte - sei auf britischem Boden ermordet worden, und alle Beweise befänden sich in Großbritannien. Deshalb müsse der Verdächtige vor ein britisches Gericht gestellt werden.

Der Chef des Sicherheitsausschusses der Staatsduma, Wladimir Wassiljew, meinte dazu, dass britische Untersuchungsrichter an einem in Russland geführten Prozess gegen Andrej Lugowoi teilnehmen können. „Ich finde, dass die britische Seite diesem Prozess beiwohnen kann, und unsere Untersuchungsrichter könnten mit der Ermittlungsbasis und sonstiger Hilfe der britischen Kollegen rechnen“, sagte er am Montag auf einer Pressekonferenz.

Seinen Angaben nach sind bei den russischen Rechtsschutzorganen über 300 Anfragen über Auslieferungen von Russen eingegangen, aber keiner von ihnen ist stattgegeben worden.

Die Völkerrechtsgesetze, die Russland befolgt, sehen zwei Varianten der Verfolgung der an Verbrechen Verdächtigen vor: Entweder ein eigener Gerichtsbeschluss oder ihre Auslieferung an die Anklageseite. Demgemäß könne Russland Lugowoi selbständig verurteilen, falls die russischen Ermittler dafür ausreichende Gründe hätten, sagte Wassiljew.

Die konkrete Art der Zusammenarbeit im Fall Litwinenko und in Anbetracht der Vorwürfe gegen Lugowoi solle im Zuge der gemeinsamen Arbeit, die die Untersuchungsrichter der Generalstaatsanwaltschaft Russlands und ihre Kollegen von der Königlichen Staatsanwaltschaft Großbritanniens leisten, müsse erst festgelegt werden, teilte der Vorsitzende des Duma-Ausschusses mit. [[itar-tass/ria-novosti]