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29-05-2007 Alexander Litvinenko
Fall Litwinenko: Kooperation zwischen russischen und britischen Geheimdienste auf Waagschale
Der Fall Litwinenko wird sich kaum auf die Zusammenarbeit zwischen den Geheimdiensten Russlands und Großbritanniens auswirken. So kommentierte zumindest eine hochrangige Quelle in den russischen bewaffneten Organen gegenüber der RIA Novosti den Artikel in der Sunday Telegraph, wonach die Briten wegen der Verschlechterung der Beziehungen mit den russischen Geheimdiensten wichtigste Aufklärungsdaten einbüßen könnten.

„Den Fall Litwinenko und die Zusammenarbeit zwischen den Geheimdiensten beider Länder auf eine Waagschale zu legen, insbesondere auf dem Feld des Kampfes gegen den internationalen Terrorismus, wäre zumindest unvernünftig. Ich denke, der Fall Litwinenko, der die Interessen Russlands zweifellos nachhaltig berührt, wird sich dennoch nicht auf die Zusammenarbeit zwischen den russischen und britischen Geheimdiensten auswirken“, sagte der Gesprächspartner von RIA Novosti.

Die internationale Kooperation der russischen Geheimdienste hat einen „grundsätzlicheren Charakter und wird nicht vorübergehenden politischen Interessen geopfert“. Dennoch, so ergänzte die Quelle, wird vieles von den Handlungen der britischen Seite abhängen.

Der ehemalige Mitarbeiter des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB Alexander Litwinenko war im Jahr 2000 nach Großbritannien geflüchtet. Er verstarb am 23. November 2006 in London. Fachleute der britischen Gesundheitsbehörde erklärten, in seinem Körper seien radioaktive Spuren von Polonium-210 gefunden worden.

Die britische Staatsanwaltschaft hat den russischen Geschäftsmann Andrej Lugowoi des Mordes an Litwinenko beschuldigt. Sie fordert von Russland dessen Auslieferung, doch nach der russischen Rechtslage darf ein Staatsangehöriger der Russischen Föderation nicht an andere Staaten ausgeliefert werden.

Sunday Telegraph schreibt unter Bezugnahme auf hochrangige Vertreter der britischen Aufklärung, dass früher von den russischen Geheimdiensten wichtige Daten über Terrorgruppen in Bosnien, Tschetschenien und den Ländern am Horn von Afrika geliefert worden seien. Diese Informationen seien dem Kampf gegen den Terrorismus in Großbritannien zugute gekommen.

Nach Angaben der Zeitung haben russische Informationen insbesondere geholfen, Pläne der Al-Qaida zu durchkreuzen, in Großbritannien Bombenanschläge vorzubereiten. Nunmehr befürchten Vertreter der britischen Aufklärung, dass das Vertrauensverhältnis mit Russland wegen der Ermordung Litwinenkos „kompromittiert“ ist. Andere Quellen der Zeitung teilen die Befürchtung.

„Informationen aus Pakistan und Afghanistan wie auch von der Aufklärung auf dem Balkan sind gefährdet“, zitiert das Blatt eine nicht genannte Quelle. [ria-novosti]