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01-06-2007 Alexander Litvinenko
Litwinenko-Fall: Moskau wirft London politische Kampagne vor – russischer Minister forciert die Tschetschenien-Theorie
Im Streit um den Giftmord an dem russischen Ex-Spion Alexander Litwinenko hat Russland Großbritannien eine Instrumentalisierung des Falls für eine politische Kampagne vorgeworfen. "Wir sehen Versuche der britischen Seite, aus einen Kriminalfall eine politische Kampagne abzuleiten", sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Freitag nach Angaben mehrerer russischer Nachrichtenagenturen. „Wir akzeptierten das nicht und denken, dass sich damit die zuständigen Behörden beschäftigen müssen.“




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Moskau wende sich dagegen und fordere eine "professionelle Untersuchung". Die britische Regierung warnte daraufhin vor einer Verschlechterung des britisch-russischen Verhältnisses. "Wir wollen die diplomatischen Beziehungen nicht verschlechtern", sagte ein Ministeriumssprecher in London der Nachrichtenagentur AFP.

Großbritannien hatte vor ein paar Tagen eine Anklage gegen den früheren KGB-Agenten Andrej Lugowoj beschlossen. Ihm wird vorgeworfen, den Kreml-Kritiker Litvinenko Ende 2006 in London mit radioaktivem Polonium vergiftet zu haben. Die russischen Behörden lehnen eine Auslieferung Lugowojs ab.

Und Russland legt nach. Arkadi Jedelew, stellvertretender Innenminister Russlands, erklärte auf einer Pressekonferenz in Naltschik (Nordkaukasus): „Uns liegen wahre Angaben über den Aufenthalt Litwinenkos in Tschetschenien vor, wohin er über Georgien reiste. Er beseitigte dort die Spuren, die davon zeugten, dass Beresowski an der Finanzierung der bewaffneten Rebellen beteiligt war und Kontakt zu Bassajew hatte.“

Nach seinen Worten haben die Generalstaatsanwaltschaft und der russische Inlandsgeheimdienst FSB Beweise dafür, dass Beresowski die Extremistengruppen von Schamil Bassajew finanzierte, auf deren Konto der Überfall auf Dagestan, die Terroranschläge in Wolgodonsk, Moskau, Bujnaksk und Stawropol gehen.

Es seien konkrete Zeugen gefunden worden, die Aussagen gemacht haben, nach denen "mehrere Millionen Rubel, die Beresowski Bassajew für Zwecke der Rekonstruktion eines Betriebes übergeben hatte, im Betrieb gar nicht angekommen waren, denn sie waren für Waffen aufgewandt worden".

"Litwinenko war damals gekommen, um die Zeugen zu liquidieren", so Jedelew.

Auch diese Theorie wird schwer zu beweisen sein.