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06-06-2007 Alexander Litvinenko
Lautsprecher-Diplomatie: Russlands Botschafter kritisiert Großbritannien im Mordfall Litwinenko
Die britischen Behörden sollten die von ihnen betriebene Politisierung des Falls Litwinenko und die damit verbundene „Lautsprecher-Diplomatie“ einstellen. Diese Meinung äußerte Juri Fedotow, Russlands Botschafter in Großbritannien, in einem in der „Financial Times“ veröffentlichten Interview.




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Wie er weiter ausführte, unterhalten britische und russische Ermittlungsbeamte weiterhin Kontakte, um diesen mysteriösen Fall aufzudecken. „Mit offiziellen Erklärungen und Pressekonferenzen wurde aber eine ‚Lautsprecher’-Diplomatie betrieben, während der Auslieferungsantrag für Andrej Lugowoi von Anfang an gestellt wurde, um den politischen Aspekt des Falls zu betonen“, so der Diplomat.

Die Personen, die eine Auslieferung Lugowois forderten, zugleich aber wussten, dass das russische Recht das nicht zulässt, haben entweder die Realität ignoriert oder beabsichtigt, den Fall Litwinenko in einen politischen Fall zu verwandeln, betonte Fedotow. Nach seinen Angaben wird Russlands Generalstaatsanwaltschaft in den nächsten Tagen ihre Antwort auf den Auslieferungsantrag geben.

Um die Herkunft von Polonium-210 festzustellen, das für den Giftmord am ehemaligen FSB-Offizier Alexander Litwinenko eingesetzt wurde, „muss die chemische Formel von Polonium festgestellt werden“, so der Diplomat. „Ich denke aber nicht, dass diese Information zugänglich ist.“

Kurz nach dem Tod Litwinenkos am 23. November in der Londoner Universitätsklinik behaupteten Experten der britischen Gesundheitsschutzagentur, dass „beachtliche Mengen“ des radioaktiven Pololonium-210 in seinem Körper gefunden worden waren. Ein offizielles Gutachten über die Todesursache bzw. über die Obduktionsergebnisse wurde allerdings nicht veröffentlicht, obgleich nach seinem Tod mehr als sechs Monate vergangen sind.

Die Königliche Staatsanwaltschaft Großbritanniens klagte den russischen Unternehmer Andrej Lugowoi als Litwinenkos Mörder an. Der russische Geschäftsmann wies diese Anschuldigung zurück und behauptete vergangene Woche in einer Pressekonferenz in Moskau, Litwinenko und der in London lebende Exil-Oligarch Boris Beresowski seien vom britischen Spionagedienst angeworben worden. [ria-novosti]