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26-06-2007 Alexander Litvinenko
Spionage-Affäre: Britisches Außenministerium schweigt über MI-6-Anwerbung von Russen
Das für den Nachrichtendienst MI-6 zuständige britische Außenministerium gibt keine Stellungnahme zu der angeblichen Anwerbung eines Russen ab, der sich dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB gestellt hat. „Unsere Position in allen mit der Aufklärung verbundenen Angelegenheiten ist eindeutig: Niemals bestätigen oder widerlegen wir Behauptungen zu einem solchen Thema“, sagte ein Sprecher des britischen Außenamtes.




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Zuvor hatten russische Medien berichtet, dass sich ein Russe an den FSB gewandt hatte, weil britische Geheimdienste ihn angeworben hätten.

„Dieser Bürger, dessen Name vorläufig nicht genannt wird, hat gesagt, dass er in London von Mitarbeitern des britischen Nachrichtendienstes MI-6 angeworben wurde“, sagte ein Vertreter der PR-Abteilung des FSB.

Der Mann habe konkrete Namen von Mitarbeitern des britischen Nachrichtendienstes genannt, ausführlich beschrieben, in welchen Ländern, Städten und Hotels in Europa MI-6-Mitarbeiter mit ihm Treffen vereinbarten. Außerdem habe er erzählt, welche Aufgaben ihm dabei gestellt wurden.

„Dass er sich an den FSB gewandt hat, wurde durch die Pressekonferenz von (Andrej) Lugowoi sowie die Tatsache motiviert, dass nach der Pressekonferenz MI-6-Beamte Verbindung mit ihm aufnahmen und von ihm ein sofortiges Treffen in einer europäischen Stadt verlangten“, sagte der FSB-Sprecher.

Auf der Pressekonferenz vom 31. Mai in Moskau erklärte Lugowoi, dass Exil-Oligarch Boris Beresowski vom britischen Geheimdienst angeworben worden sei und ihnen Dokumente aus dem russischen Sicherheitsrat übergeben habe, als er dessen stellvertretender Sekretär war. Außerdem hat den Russen, der sich dem FSB gestellt hat, auch der Umstand alarmiert, dass Beresowski ihm telefonisch wiederholt vorschlug, sich mit ihm in Israel zu treffen, und außerdem ein baldiges Treffen mit britischen Aufklärern forderte.

Nach Lugowois Pressekonferenz gaben britische Nachrichtendienstler über Medien zu verstehen, dass sie seine Aussagen für einen „Nebelvorhang“ halten, der die Aufmerksamkeit von Großbritanniens Auslieferungsantrag des Russen ablenken solle, der wegen Mord an dem ehemaligen FSB-Offizier Alexander Litwinenko bezichtigt wird.

Der in Großbritannien lebende Unternehmer Beresowski verneint ebenfalls Kontakte mit dem britischen Nachrichtendienst. „Die britischen Geheimdienste wissen sehr gut, dass ich in keiner der Listen stehe und zu keiner Organisation gehöre, auch nicht zur MI-6“, sagte er in einem Interview. [ria-novosti]