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07-07-2007 Alexander Litvinenko
Statt Putins Ende kam das von Litvinienko


Das Rätselraten über die Umstände des Todes des russischen Ex-Geheimdienstlers Alexander Litvinienko geht munter weiter. In der vergangnen Woche sprach, wie die „Iswestija“ berichtete, in Moskau ein Mann beim Föderalen Sicherheitsdienst (FSB) vor, der meinte, zur Aufklärung des mysteriösen Falles L. beitragen zu können.


Er nannte sich Wjatscheslaw Sharko, fügte aber hinzu, dass ihn der Exil-Oligarch Berezovski unter einem anderen Namen kenne. Und das schon ziemlich lange, denn Sharko hatte als Mitarbeiter der russischen Steuerpolizei in den neunziger Jahren Berezowski deinige kleinere Gefälligkeiten erwiesen, die diesen vor Unannehmlichkeiten durch die Behörde bewahrten. Das setzte sich auch dann noch fort, als B. seinen Wohnsitz fluchtartig nach London verlegte. Von dort erreichte Sharko ein Angebot für eine „kommerzielle Zusammenarbeit“.

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Dort brachte ihn Berezowski Litvinienko zusemmen, der schon länger für ihn arbeitete, sowie mit englischen Geschäftsleuten, die sich sehr bald als Mitarbeiter des englischen Geheimdienstes MI 6 entpuppten. „Wir haben eine große Zukunft mit viel Geld vor uns“, erklärte ihm Litvinienko emphatisch. Überhaupt, so Sharko, sei der Zaster immer das große Thema von Litvinienko gewesen, der sich immer wieder beschwerte, dass ihm Berezowski und die Engländer zu wenig bezahlten. Dabei verdiente er an jeder Information, die Sharko und andere Zuträger ablieferten, Zumindest so lange, bis die Engländer begriffen, dass Litvinienko als Informant keinerlei Wert darstellte.

Litvinienko war immer auf der Suche nach dem „Big deal“, und ab Ende 2005 war offensichtlich, dass er sich auf irgendetwas Gefährliches eingelassen hatte. Litvinienko hatte sich in seinem Wesen verändert, berichtete Sharko. Er ging seine eigenen Wege, kam kaum noch zu den Treffen mit den Engländern. Diese legten keinen Wert mehr auf die Zusammenarbeit mit Litvinienko und empfahlen auch Sharko, sich von seinem ehemaligen „Vorarbeiter“ zu distanzieren. Dessen neue Tätigkeit sei „viel zu gefährlich.“

Vieles deutete auf enge Kontakte mit der russischen Mafia hin, aber Sharko erzählte auch von einem Ereignis, das Litvinienkos zweites großes Handlungsmotiv offenbarte – seinen unbändigen Hass auf Russland. Bei einem Besuch in der Türkei im August 2005 traf sich Litvinienko mit „zwei bärtigen Männern kaukasischen Aussehens“. Von dieser Begegnunf brachte Litvinienko „einen metallischen Kasten, offenbar einen Container mit.“ Vielleicht waren in dem Behälter Komponenten einer „schmutzigen Bombe“, mutmaßte Sharko. Nach diesem Treffen sei Alexander immer rätselhafter geworden. Einmal habe er ihm, Sharko zu verstehen gegeben, dass in Russland eine Reihe von Terrorakten vorbereitet würden, „die das ganze Land, ja die ganze Welt erschüttern würden“ Dann habe er nur noch gesagt: „Mit Putin ist es bald vorbei“.

Nach dem Überfall von Terroristen auf eine Schule in Beslan freute sich Litvinienko gegenüber Sharko, dass „alles wunderbar geklappt“ habe und man bald wieder etwas Ähnliches wiederholen. müsse. „Sascha träumte von einem Machtwechsel in Russland, wonach er FSB-Chef werden wollte“, erläuterte Sharko.

Das Geflecht aus englischem Geheimdienst, Berezowski, russischer Mafia und Terroristen war für Litvinienko, da ist sich Sharko sicher, der tödliche Cocktail, der ihn zwangsläufig das Leben kostete. Aber ist Litvinienko wirklich tot? Fragt der Autor des Berichts. Schließlich habe noch niemand eine Todesurkunde noch den Leichnam zu sehen bekommen…
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