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08-07-2007 Alexander Litvinenko
Russland eröffnet Verfahren gegen angeblichen britischen Spion
Im Zusammenhang mit dem Gifttod des russischen Ex-Spion Alexander Litvinenko in London hat Russland ein Verfahren gegen einen angeblichen Agenten Großbritanniens eröffnet.

Wjatscheslaw Scharko sei von Litvinenko für den britischen Geheimdienst MI-6 geworben worden, erklärte der Sprecher des russischen Geheimdienstes FSB, Sergej Ignatschenko am Samstag im Sender Rossija. Es lägen ausreichende Beweise dafür vor, dass "die britischen Geheimdienste von 2003 bis 2007 ihn (Scharko) rekrutiert und für Spionage geführt haben", erläuterte Ignatschenko. Diese habe "die Sicherheit der Russischen Föderation bedroht".

bei russland.RU
Fall Litvinenko: Polonium als Schmugglerware?


Alexander Litvinenko Tod in London – Analysen, Meinungen, Hintergründe, Informationen bei russland.RU


Scharko selbst trat am Samstag in den Fernsehnachrichten auf und warf dem im November 2006 vergifteten Litvinenko vor, ihn dem MI-6 vorgestellt zu haben. In einem Interview mit der Zeitung "Komsomolskaja Prawda" hatte er zuvor gesagt, Litvinenko und der im Londoner Exil lebende russische Milliardär Boris Beresowski hätten ihn mit dem britischen Geheimdienst in Kontakt gebracht. Zudem stellte er die geistige Zurechnungsfähigkeit Litvinenkos in den letzten Monaten seines Lebens in Frage. "Er schien mir psychische Probleme zu haben. Er hat von einem baldigen Staatsstreich in Russland gesprochen und sich als nächsten Direktor des FSB bezeichnet", sagte Scharko. Anfang 2006 hätten daher auch die Briten ihm verboten, mit Litvinenko zu sprechen.

Weiter warf Scharko dem vergifteten Ex-KGB-Agenten vor, selbst für seine Vergiftung verantwortlich zu sein. Es sei nicht auszuschließen, dass Litvinenko zusammen mit dem tschetschenischen Exil-Politiker Achmed Sakajew und dessen Anhängern in Atomschmuggel verwickelt gewesen sei. Dabei habe er - "zufällig oder nicht - selbst eine Dosis erwischen können", spekulierte Scharko.

Großbritannien hatte im Mai eine Anklage gegen den frühren KGB-Mann Andrej Lugowoj beschlossen. Ihm wird vorgeworfen, den Kreml-Kritiker Litvinenko mit radioaktivem Polonium vergiftet zu haben.