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13-07-2007 Alexander Litvinenko
London erwägt Sanktionen gegen Russland im Auslieferungsstreit um Lugowoi
In Londons politischen Kreisen wird heftig über die neuste Krise in den Beziehungen zwischen Russland und Großbritannien diskutiert. Der neue britische Außenminister David Miliband soll kommende Woche Londons Antwort auf Moskaus Weigerung geben, den Unternehmer Andrej Lugowoi auszuliefern. Letzterer wird verdächtigt, in den Mord am ehemaligen FSB-Offizier Alexander Litwinenko in London verwickelt gewesen zu sein, schreibt die Tageszeitung „Wremja Nowostej“ am Freitag.



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Die meisten Beobachter neigen zur Annahme, dass die Regierung Sanktionen gegen Russland, bis hin zur Ausweisung mehrerer russischer Diplomaten aus Großbritannien, verkünden wird. In diesem Fall würde Moskau nach Ansicht von Leonid Sluzki, erster Vizechef des Staatsduma-Ausschusses für Auswärtiges, „eine symmetrische Antwort geben“.

Nach Ansicht von Politologen würden aber die geplanten Sanktionen Russland kaum einen Schaden zufügen und eher einen rein symbolischen Charakter haben.

„In Moskau wird der Grad der Beunruhigung der britischen Regierung über die Vergiftung von Litwinenko offenbar unterschätzt“, meint Professor Juri Fjodorow, Mitarbeiter des Königlichen Instituts für Internationale Beziehungen „Chatham House“. „In London wird dieser Mord nicht als eine Straftat und nicht einmal als ein politisches Delikt, sondern als eine Aktion betrachtet, die die Sicherheit des Landes gefährdet. Die Regierung muss dieses Empfinden der Öffentlichkeit berücksichtigen.“

„Ich denke, dass die jetzige britische Regierung zu einer ernsthaften Verschlechterung der Beziehungen mit Russland fähig ist“, meint Robert Sakwa, Professor an der Universität Kent. „Dies passt zum Verhaltensstil des offiziellen London, das seinerzeit die Bombenangriffe auf Jugoslawien initiiert, im vergangenen Jahr aber den Angriff Israels auf Libanon ignoriert hat. In den letzten Jahren werden Anti-Kreml-Stimmungen in der britischen Führung immer deutlicher. Ich denke auch, dass der Druck auf Moskau im Zusammenhang mit dem Fall Litwinenko mit der Haltung der US-Administration zu Russland absolut im Einklang steht.[ ria novosti ]