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14-07-2007 Alexander Litvinenko
Generalstaatsanwaltschaft von Russland empört über Großbritannien
Die russische Generalstaatsanwaltschaft ist empört über Großbritannien, das auf der Auslieferung des russischen Bürgers Andrej Lugowoi und somit auf der Verletzung des russischen Grundgesetzes besteht.



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Das geht aus einer offiziellen Erklärung hervor, die auf der Homepage der Generalstaatsanwaltschaft veröffentlicht ist. Darin wirft die russische Generalstaatsanwaltschaft Großbritannien vor, die Straffälle politisiert zu haben, und erklärt sich bereit, mit den britischen Kollegen auf der Grundlage des Völkerrechts und der russischen Gesetze zusammenzuarbeiten.

Die britischen Behörden hatten Ende Mai von Russland die Überstellung des russischen Unternehmers Andrej Lugowoi gefordert, der in Großbritannien wegen Mordes an dem ehemaligen FSB-Offizier Alexander Litwinenko angeklagt worden ist.

An diesem Montag hatte Großbritannien auf sein Auslieferungsbegehren offiziell eine ablehnende Antwort aus Russland erhalten. Die Moskauer Justizbehörden begründeten ihre Absage damit, dass die russische Verfassung die Auslieferung russischer Bürger ins Ausland verbietet. Sie ließen jedoch wissen, dass Lugowoi ein Prozess in Russland gemacht würde, sollte Großbritannien Schuldbeweise zur Verfügung stellen. Dennoch bewertete London Moskaus Absage als "unannehmbar" und drohte mit "Gegenmaßnahmen".

Die britische Zeitung "The Times" berichtete am Mittwoch, dass das Außenamt in London dem Parlament kommende Woche einen Bericht vorlegen wolle, wie auf Russlands Weigerung reagiert werden könnte. Darin sollen laut "The Times" Bereiche aufgezählt werden, in denen die bilaterale Kooperation mit Russland beendet werden könnte. Hierzu zählen Bildungswesen, Handel und Soziales sowie die Kooperation beim Kampf gegen den Terrorismus.

Litwinenko war 2000 nach Großbritannien geflüchtet und starb am 23. November 2006 in der Londoner Universitätsklinik. In seinem Körper wurden Spuren der radioaktiven Substanz Polonium 210 festgestellt. Die Anti-Terror-Abteilung von Scotland Yard leitete daraufhin Ermittlungen wegen Vergiftungsmord ein, die mehr als zwei Monate dauerten.

Im Dezember 2006 kamen britische Ermittler nach Moskau und vernahmen Andrej Lugowoi, der mit Litwinenko kurz vor dessen Tod zusammengetroffen war, und weitere Personen als Zeugen. Obwohl gegen Lugowoi Anklage erhoben wurde, wurde bisher kein offizielles Gutachten über Litwinenkos Todesursache veröffentlicht.

Lugowoi beteuert seine Unschuld und weist die Vorwürfe als "politisch motiviert" zurück. [ria-novosti]