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17-07-2007 Alexander Litvinenko
Giftmord, Tschetschenien und hohle Steine
Die britische Entscheidung, vier russische Diplomaten auszuweisen, ist ein neuer Höhepunkt in der von Zänkereien geplagten Beziehung beider Länder. Geprägt ist sie von Spionagevorwürfen, Streit über russische Politik und den Konflikt in Tschetschenien.

Die Spannungen begannen 2002: Achmed Sakajew, der Europagesandte des damaligen, nach Unabhängigkeit strebenden tschetschenischen Präsidenten Aslan Maschadow, reiste damals nach London. Dort wurde er zunächst festgenommen - aufgrund eines internationalen russischen Haftbefehls.
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Kurz darauf wurde er allerdings auf Kaution freigelassen, 2003 erhielt er politisches Asyl in Großbritannien. Seitdem reist er zum Ärger Moskaus durch Europa und wirbt die für tschetschenische Sache.

Für Verstimmung im Kreml sorgte auch der mittlerweile in London lebende russische Milliardär Boris Beresowski. Unter dem ehemaligen Präsidenten Boris Jelzin war er im Kreml gern gesehen, doch unter dessen Nachfolger Wladimir Putin floh er im Jahr 2000 nach Großbritannien, wo auch er Asyl erhielt. Seitdem spricht er sich öffentlich immer wieder für einen Machtwechsel in Russland und die Absetzung Putins aus. Auslieferungsgesuche Russlands, das ihm Unterschlagung vorwirft, wurden immer wieder abgelehnt.

Einen Höhepunkt erlebten die britisch-russischen Spannungen im Januar 2006. Der russische Geheimdienst FSB erklärte, er habe vier britische Spione in Moskau enttarnt. Diese genossen den Angaben zufolge diplomatische Immunität. Sie sollen in einem Moskauer Park einen ausgehöhlten Stein aufgestellt haben, in dem moderne Kommunikationstechnologie den Austausch von Daten mit russischen Zuträgern erlaubte. Außerdem, warf der Kreml Großbritannien vor, hätten die Geheimagenten russische Nichtregierungsorganisationen finanziell massiv unterstützt.

Die neuesten Verstimmungen zwischen den beiden Ländern gehen nun auf November 2006 zurück: Damals wurde der ehemalige KGB-Agent Alexander Litvinenko nach Ansicht britischer Ermittler durch die radioaktive Substanz Polonium-210 vergiftet und starb kurz darauf. Die Ermittler beschuldigten einige Monate später Andrej Lugowoj der Tat und forderten die Auslieferung des Geschäftsmannes, der früher ebenfalls für den KGB arbeitete. Das verweigert Russland: Die Verfassung des Landes und das internationale Recht ließen eine Auslieferung nicht zu, hieß es in Moskau.