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17-07-2007 Alexander Litvinenko
Russlands Senatoren werfen London psychischen Druck auf Moskau vor
London nutzt die Ablehnung der Auslieferung des Unternehmers Andrej Lugowoi, der des Mordes am ehemaligen russischen Sicherheitsoffizier Alexander Litwinenko beschuldigt wird, als Vorwand für psychologischen Druck auf Russland. Diesen Standpunkt äußerten die russischen Senatoren.



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Wassili Lichatschow, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für internationale Angelegenheiten im Föderationsrat, hat in einem Interview für die RIA Novosti gesagt, dass die Geschichte um die Auslieferung Lugowois für Großbritannien lediglich als Vorwand diene. "Das offizielle London hat eine eindeutige Zuspitzung der Beziehungen zu Moskau eingeleitet und mit der Realisierung eines organisierten Plans des psychologischen Druckes auf unser Land begonnen", sagte er. Laut Lichatschow erfordert die entstandene Situation Verhandlungen zwischen der russischen und der britischen Seite, sonst droht eine Sackgasse.

"Damit das nicht geschieht und die Spannungen in den russisch-britischen Beziehungen nicht weiter eskalieren, gilt es, die Verhandlungen zu beginnen und von London eine offizielle Erklärung seiner Position zu hören", sagte der Senator. Er äußerte, dass die britische Seite die Ausweisung von vier russischen Diplomaten "ohne sichtbare Gründe dafür" beschlossen habe.

"Solche Handlungen widersprechen offenkundig den internationalen diplomatischen Normen", sagte er. Der Senator verwies auch darauf, dass die Aufforderung der britischen Seite, die russische Verfassung abzuschaffen, ebenfalls den internationalen Gepflogenheiten der Diplomatie scharf widerspreche. "In jedem Fall darf sich die andere Seite nicht in die internen Angelegenheiten Russlands einmischen", äußerte er. Juri Scharandin, Vorsitzender des Verfassungsausschusses des Föderationsrates und stellvertretender Leiter der russischen Delegation bei der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, sagte, dass die Aufforderung der britischen Seite, die russische Verfassung zu ändern, von einer respektlosen Haltung gegenüber Russland zeuge.

"Das kann als Einmischung in Russlands innere Angelegenheiten betrachtet werden", sagte er der RIA Novosti. Scharandin brachte ferner die Meinung zum Ausdruck, dass Russland berechtigt ist, adäquate Maßnahmen zur Einwirkung auf die britischen Behörden zu treffen, ebenfalls britische Diplomaten auszuweisen und außerdem die Visaformalitäten für die britischen Bürger zu verschärfen.[ ria novosti ]