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18-07-2007 Alexander Litvinenko
Botschafter Fedotow: Russland reagiert binnen 48 Stunden auf Ausweisung von Diplomaten
Russland wird in den nächsten zwei Tagen seine Antwort auf die Ausweisung seiner Diplomaten aus Großbritannien geben, sagte der russische Botschafter in London, Juri Fedotow, in einem Fernsehinterview für BBC.




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„Ich denke nicht, dass wir lange auf die Antwort warten müssen. Sie kann schon heute oder morgen erfolgen“, sagte der Botschafter, der äußerte, die russische Reaktion werde adäquat sein und nicht die einfachen Briten betreffen, insbesondere nicht Studenten, Geschäftsleute und Journalisten.

Fedotow sagte, London wolle „Russland nur deshalb bestrafen, weil Russland sein Verfassungsrecht einzuhalten gedenkt“. Den Briten möge das schwer verständlich sein, weil sie keine Verfassung hätten.

Die Entscheidung, die Zusammenarbeit mit Russland im Kampf gegen den Terrorismus zu überprüfen, würde London mehr als jedem anderen schaden. „Wir sind an der Aufrechterhaltung der Verbindungskanäle mit allen interessiert, die britische Regierung eingeschlossen, insbesondere in London, denn leider dient London als Zufluchtsstätte für viele Verdächtige“, erklärte Fedotow.

Am Dienstag hatte der Botschafter bereits mitgeteilt, dass die Briten die Fristen für die Ausweisung der vier russischen Diplomaten festgelegt haben, und zwar sehr knappe. Die Frage der Fristen sei indes zweitrangig, denn im Kern gehe es um den politischen Aspekt.

Der Botschafter legte sich nicht fest, ob Russland seinerseits mit einer Ausweisung von Diplomaten reagieren werde.

Großbritannien hatte mit der Ausweisung der russischen Diplomaten auf die Weigerung Russlands reagiert, den des Mordes an Alexander Litwinenko verdächtigten russischen Geschäftsmann Andrej Lugowoi an Großbritannien auszuliefern. London hat außerdem die Verhandlungen über die Vereinfachung des Visaregimes zwischen Russland und Großbritannien auf Eis gelegt und Einschränkungen für die Vergabe von Visa an russische Beamte verfügt.

Der im Jahr 2000 nach Großbritannien geflüchtete Ex-Offizier des FSB, Alexander Litwinenko, ist im November 2006 verstorben. Die britische Gesundheitsbehörde hat in seinem Leichnam das radioaktive Isotop Plutonium-210 entdeckt, offiziell jedoch nichts über die Todesursache und die Obduktionsergebnisse in Großbritannien verlauten lassen. [ria-novosti]