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18-07-2007 Alexander Litvinenko
Polizei nimmt Verdächtigen wegen geplanten Beresowski-Mordes fest
Der russische Milliardär und Kreml-Kritiker Boris Beresowski sollte offenbar in Großbritannien ermordet werden. Die britische Polizei teilte am Mittwoch in London mit, sie habe am 21. Juni einen Verdächtigen im Zentrum der britischen Hauptstadt festgenommen und ihn an die Einwanderungsbehörden überstellt.




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Kurz zuvor hatte Beresowski bereits vor Journalisten erklärt, Russlands Präsident Wladimir "Putin persönlich" habe ein Mordkomplott gegen ihn organisiert. Auch der im November vergiftete Kreml-Kritiker und Ex-Agent Alexander Litwinenko sei im Auftrag des russischen Staatschefs umgebracht worden, sagte der aus Russland geflüchtete frühere "Oligarch".

Beresowski gab inzwischen bekannt, die Polizei habe ihm untersagt, über Einzelheiten des Attentatsversuchs auf ihn zu sprechen. „Die Polizei hat mich gebeten, mich nicht in die Einzelheiten des geplanten Anschlags auf mich zu vertiefen. Darum tue ich es auch nicht.“, heißt es in Boris Beresowskis Erklärung.

Der Emigrant bestätigte allerdings frühere Berichte in der britischen Presse, wonach er vor drei Wochen von der Polizei vor einem Killer aus Russland gewarnt worden sei. Sie habe ihm nahegelegt, das Land nach Möglichkeit zu verlassen. „Ich bin für eine Woche ins Ausland gefahren. Dann bin ich von der Polizei informiert worden, dass ich zurückkommen kann“, berichtet Beresowski.

Auch die Pressestelle von Scotland Yard gab keinen Kommentar. „Wir sind nicht bereit, über diese Frage zu sprechen“, hieß es gegenüber dem Korrespondenten von RIA Novosti.

Unter Berufung auf die britischen Rechtsschutzorgane hatte die Landespresse berichtet, dass MI-5 und MI-6 die Vorbereitungen auf den Anschlag vereitelt und einen Mann in Gewahrsam genommen haben, denen sie über etwa eine Woche observiert hatten.

Der überführte russische Staatsangehörige ist aus dem Königreich abgeschoben worden und hat ein zehnjähriges Einreiseverbot bekommen.

Sowohl The Times wie auch The Sun schreiben, dass der Anschlag auf Boris Beresowski im Londoner Edelhotel Hilton in der Park Lane mit einer Schusswaffe verübt werden sollte. Der Täter sollte in Begleitung eines Kindes auftauchen, um sich abzusichern.

Die Bekanntgabe einer Festnahme im Zusammenhang mit einem Mordkomplott gegen Berezowski erfolgt in einer Zeit verschärfter diplomatischer Spannungen zwischen Russland und Großbritannien, die auf den Tod Litwinenkos zurückgehen.

Der ehemalige KGB-Mitarbeiter und britische Staatsbürger Litwinenko wurde im November mit radioaktivem Polonium vergiftet und starb qualvoll. London verlangt die Auslieferung des Hauptverdächtigen, des russischen Ex-Spions Andrej Lugowoj, die russischen Behörden verweigern dies. Am Montag kündigte Außenminister David Miliband die Ausweisung von vier russischen Diplomaten an, Moskau drohte daraufhin mit einer "angemessenen Reaktion". [afp/ria]