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19-07-2007 Alexander Litvinenko
Russland lässt London noch im Unklaren
Die portugiesische EU-Ratspräsidentschaft warf der russischen Regierung im Fall Litvinenko mangelnde Kooperationsbereitschaft vor. In der Europäischen Union herrsche "Enttäuschung" darüber, dass Moskau "nicht auf konstruktive Weise mit den britischen Behörden zusammenarbeitet", erklärte der portugiesische EU-Vorsitz.

In der Erklärung wurde daran erinnert, dass die EU die Vergiftung Litvinenkos mit radioaktivem Polonium bereits als "schwerwiegend und skrupellos" verurteilt habe.

Der Mord an Litvinenko stürzte die britisch-russischen Beziehungen in eine schwere Krise. Nachdem Moskau sich weigerte, den russischen Ex-Spion Andrej Lugowoj auszuliefern, den Scotland Yard als Hauptverdächtigen im Fall Litvinenko ansieht, kündigte London am Montag die Ausweisung von vier russischen Diplomaten an.
bei russland.RU
Fall Litvinenko: Polonium als Schmugglerware?


Alexander Litvinenko Tod in London – Analysen, Meinungen, Hintergründe, Informationen bei russland.RU


Das portugiesische Außenministerium hatte sich danach "beunruhigt" über mögliche Auswirkungen der britischen Ankündigung erklärt, der Regierung in London jedoch zugleich Solidarität zugesichert. Moskau drohte nach der Londoner Ankündigung mit schwer wiegenden Konsequenzen.

Für kommenden Montag ist ein Besuch von NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer beim britischen Premierminister Gordon Brown in London vorgesehen. Hauptthema ist dabei offiziell das Thema Afghanistan. NATO-Diplomaten erwarten jedoch, dass im Zusammenhang mit der derzeitigen russisch-britischen auch das Verhältnis zwischen Moskau und dem Westen erörtert wird. Der kommende EU-Russland Gipfel ist im Oktober im portugiesischen Mafra vorgesehen.

London laut Miliband über von Moskau angekündigte Folgen im Unklaren

Im Fall Litvinenko hat Moskau die angekündigte Reaktion auf die von London beschlossene Ausweisung von vier russischen Diplomaten noch nicht konkretisiert. Der britische Außenminister David Miliband sagte am Mittwochabend am Rande einer Pressekonferenz mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in Berlin, London habe "bislang nicht mehr von Russland gehört". Zugleich begrüßte Miliband die Erklärung der portugiesischen EU-Ratspräsidentschaft, in der Moskau im Zusammenhang mit dem Fall des im vergangenen November in London vergifteten Kreml-Kritikers und ehemaligen KGB-Agenten Alexander Litvinenko mangelnde Kooperationsbereitschaft vorgeworfen wird.

Das Verteidigungsministerium in London erklärte unterdessen, am Dienstag seien zwei Tornados der Royal Airforce vom Luftwaffenstützpunkt Leeming in Nordengland aufgestiegen, um ein Eindringen von zwei russischen Jagdbombern in britischen Luftraum zu verhindern. Die russischen Maschinen seien jedoch umgekehrt, noch bevor sie britischen Luftraum erreicht hätten. Ranghohe russische Luftwaffenoffiziere erklärten, die Jagdbomber hätten einen Routineflug über internationalen Gewässern vor der norwegischen Küste absolviert und seien nicht in Richtung britischen Luftraum geflogen. Ähnlich äußerte sich ein Sprecher der norwegischen Armee.