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20-07-2007 Alexander Litvinenko
Britischer Premier Brown nennt Sanktionen gegen Moskau „schwierige Entscheidung“
Die jüngsten Sanktionen gegen Russland waren für Großbritannien laut Premierminister Gordon Brown eine schwierige Entscheidung. „Wir waren gezwungen, diese schwierige Entscheidung im Fall Litwinenko zu treffen. Wir wollen Rechtsprechung und Gerechtigkeit erreichen“, sagte Brown am Freitag auf einer Pressekonferenz in Paris. „Wir haben die Person genannt, der dieses Verbrechens beschuldigt wird. Russland weigerte sich, sie auszuliefern. Deshalb mussten wir um der Gerechtigkeit willen diese Maßnahmen ergreifen.“



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Der französische Präsident Nicolas Sarkozy, der ebenfalls an der Konferenz teilnahm, betonte, Frankreich unterstütze Großbritannien im Auslieferungsstreit mit Russland. „Das ist eine prinzipielle Frage. Es handelt sich um die demokratische Solidarität.“ Die Beziehungen zwischen Moskau und London sind nach dem Giftmord am ehemaligen FSB-Mitarbeiter Alexander Litwinenko in London schwer belastet. Britische Justizbehörden machten den russischen Unternehmer Andrej Lugowoi für den Mord verantwortlich und forderten dessen Auslieferung. Moskau lehnte die Forderung ab, weil das heimische Grundgesetz die Auslieferung von russischen Staatsbürgern nach Ausland verbietet. Russische Justizbehörden versicherten jedoch, dass Lugowoi ein Prozess in Russland gemacht würde, wenn Großbritannien ausreichende Schuldbeweise zur Verfügung stelle. Daraufhin wies Großbritannien vier russische Diplomaten aus und legte die Verhandlungen über Visaerleichterungen mit Russland auf Eis. Am gestrigen Donnerstag wurde bekannt, dass auch Russland vier britische Diplomaten zu Persona non grata erklärt und die Visaausstellung für britische Offizielle eingestellt hat. Außerdem werden keine russischen Regierungsvertreter mehr nach Großbritannien reisen, hieß es aus Moskau. Litwinenko war 2000 nach Großbritannien geflüchtet und starb am 23. November 2006 in der Londoner Universitätsklinik. In seinem Körper wurden Spuren der radioaktiven Substanz Polonium 210 festgestellt. Die Anti-Terror-Abteilung von Scotland Yard leitete daraufhin Ermittlungen wegen Vergiftungsmord ein, die mehr als zwei Monate dauerten. Im Dezember 2006 kamen britische Ermittler nach Moskau und vernahmen Lugowoi, der mit Litwinenko kurz vor dessen Tod zusammengetroffen war, und weitere Personen als Zeugen. Obwohl gegen Lugowoi Anklage erhoben wurde, wurde bisher kein offizielles Gutachten über Litwinenkos Todesursache veröffentlicht. Lugowoi beteuert seine Unschuld und weist die Vorwürfe als "politisch motiviert" zurück. [ ria novosti ]